Polanski geht von Verbleib aus: "Lust auf mehr"
Ob der 40-Jährige Trainer bleibt, wird eine Saisonanalyse ergeben.
Wie ein Trainer auf Abruf klang Eugen Polanski nach dem deutlichen Sieg zum Saisonabschluss nicht. Das 4:0 gegen Hoffenheim habe "Lust auf mehr gemacht", sagte der Coach von Borussia Mönchengladbach und sprach schon über die kommenden Monate und die Rückkehr der Langzeitverletzten Tim Kleindienst und Robin Hack. "Ich freue mich extrem auf beide in der kommenden Saison", sagte der 40-Jährige.
Dabei ist noch gar nicht klar, ob Polanski dann überhaupt noch Trainer ist. Zwar hatte er die Borussia vom letzten Platz zum Klassenerhalt geführt, doch nicht immer stimmten die Leistungen so wie am Samstag. Sportchef Rouven Schröder erklärte nach Spielende, keine vorschnelle Entscheidung treffen zu wollen: "Es ist wichtig, dass wir uns jetzt erstmal hinsetzen, innehalten und auch zwei, drei Bier trinken, um runter zu kommen."
Die anschließende Analyse der Saison soll dann ergeben, ob Polanski seinen Job behält. "Es gibt keine Timeline. Wir machen das sehr sorgfältig", sagte Schröder. Und auch Polanski meinte: "Ich weiß nicht genau das Datum, aber es werden Gespräche mit Rouven zu führen sein. Die haben wir auch schon angeleiert", sagte er. Wann genau? "Ich habe Zeit", so Polanski: "Ein bisschen Urlaub wäre ganz gut, aber keine sechs Wochen."
Gladbachs Kapitän Kleindienst, der kurz vor Spielende sein lang ersehntes Comeback nach langer Verletzungspause gegeben hatte, machte sich derweil für Polanski stark. "Er ist ein super Typ und hat genau das geschafft, wofür er geholt wurde - er sollte die Klasse halten", sagte der Nationalspieler. Sein Urteil: "Es steht ihm zu, dass er vielleicht in der nächsten Saison die Zeit hat, von der Vorbereitung an eine Mannschaft zu formen, die er sich vorstellt."
Mit Platz zwölf durfte die Borussia am Ende halbwegs zufrieden sein, mit den 38 Punkten eher weniger - seit 2010 waren es in Gladbach nur zweimal weniger gewesen. Immerhin: Mit dem 1:0 gegen Dortmund und dem 4:0 gegen Hoffenheim betrieb Polanski am Ende Werbung in eigener Sache. "In den letzten beiden Heimspielen hat man gesehen, was in der Mannschaft steckt", sagte der Gladbach-Coach - und dachte wohl schon an die kommende Saison.