Verletzte Fotografen: Bayern-Fans "bedauern" Zwischenfall
In der Schlussphase des Spiels gegen Real Madrid überschlagen sich auch vor der Südkurve die Ereignisse, zwei Medienvertreter werden verletzt.
In der wilden Schlussphase des Champions-League-Spiels zwischen Bayern München und Real Madrid (4:3) überschlugen sich die Ereignisse - auf, aber auch mit schwerwiegenden Folgen neben dem Platz. Nach dem Siegtreffer des deutschen Rekordmeisters durch Michael Olise (90.+4) drängten einige Fans an die Werbebanden vor der Südkurve, wo sie mit den Spielern jubelten. Dabei überrannten sie mehrere der dort postierten Fotografen. Einem Bericht der Bild zufolge wurden zwei der Medienvertreter verletzt.
Die Fan-Dachorganisation Club Nr. 12 äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP wie folgt: "Wir bedauern die Verletzungen der Medienvertreter (...). Unseres Wissens nach fand hierzu bereits ein Austausch zwischen dem FC Bayern München und zumindest einigen der beteiligten Fans statt." Die Anhänger hätten für die "versehentlichen Verletzungen" um Entschuldigung gebeten.
"Dies halten wir für den richtigen Weg und begrüßen dieses Vorgehen und die schnelle Kommunikation deshalb", hieß es in der Stellungnahme weiter, und: "Wir wünschen allen Betroffenen eine schnelle Genesung."
Einer der betroffenen Fotografen berichtete auf Instagram, er sei von den Fans "überrannt" worden und "bewusstlos am Boden" liegen geblieben. "Erst als alles vorbei und der Platz leer war, bin ich wieder zu mir gekommen. Ich habe Prellungen und Schmerzen", sagte der Mann der Bild-Zeitung. Von den Sanitätern sei er "hervorragend" versorgt worden, aber: "So etwas darf bei einem Spiel im Innenraum nicht passieren!" Laut Bild habe eine weitere Fotografin eine Platzwunde am Kopf davongetragen.
Die Südkurve hatte im Verlauf des Wettbewerbs schon einmal Schlagzeilen gemacht. Nach dem wiederholten Einsatz von Pyrotechnik wurde sie von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) teilweise gesperrt. Die Bayern entschieden sich daraufhin aus organisatorischen Gründen, die Plätze dort im Heimspiel gegen Union Saint-Gilloise im Januar vollständig unbesetzt zu lassen.
Ob die UEFA eine neuerliche Untersuchung einleiten wird, blieb zunächst offen. Auf SID-Anfrage hieß es, man wisse von dem Vorfall, es sei aber noch zu früh, diesen zu bewerten. Zunächst will die UEFA den Bericht ihres offiziellen Beobachters abwarten.