Popp warnt: "Im Männerfußball ist die Liebe verloren gegangen"
Die frühere DFB-Kapitänin sieht die Auswüchse bei den Männern kritisch - und warnt ihre Kolleginnen.
Aus Sicht von Alexandra Popp ist dem Männerfußball "die Liebe zum Sport" verloren gegangen. Daher warnt die frühere DFB-Kapitän die Frauenbranche davor, den männlichen Kollegen bei der Weiterentwicklung zu sehr nachzueifern. "Da geht es oft nur noch um Ablösesummen und exorbitante Gehälter. In diese Falle sollten wir im Frauenfußball nicht tappen", sagte die 35-Jährige dem Magazin 11 Freunde.
Laut Popp geht es dabei auch um die Frage: "Muss ich mit dem Fußball unbedingt Multimillionärin werden?" Jede und jeder müsste sich selbst fragen, "welchen Stellenwert der Sport behalten soll", sagte die Wolfsburgerin, die im Sommer zum Drittligisten Borussia Dortmund wechselt.
Nichtsdestotrotz fordert Popp, dass die Gehälter der Spielerinnen "professionellen Maßstäben" entsprechen sollten. "Es geht mir nicht um eine konkrete Zahl, sondern dass die Mädels in den ersten beiden Ligen zumindest so viel verdienen, dass sie sich voll auf den Fußball konzentrieren und hundert Prozent Leistung bringen können", sagte Popp.
Kritisch blickt die ehemalige Nationalspielerin auch auf die Entwicklung des DFB-Teams. "In den letzten Jahren haben wir uns zu stark auf althergebrachte Tugenden zurückgezogen", erklärte Popp, "schönen, qualitativ hochwertigen Fußball" habe die Nationalelf zuletzt nicht angeboten. Vereine und der Verband müssten "enger zusammenarbeiten und die Nachwuchsausbildung mehr fördern und intensivieren. Dann würde die Nationalelf auch wieder besseren Fußball spielen", sagte Popp.