Künzer verteidigt Wück: Kritik sollte "Signal" senden

Christian Wücks Bewertung der jüngsten DFB-Auftritte fällt streng aus. Zu streng? Nein, sagt Nia Künzer.

Künzer verteidigt Wück: Kritik sollte "Signal" senden
Foto: © picture-alliance/HMB Media/SID/Paul Fritz

DFB-Sportdirektorin Nia Künzer hat Bundestrainer Christian Wück gegen Kritik an dessen strengen Analysen verteidigt. "Inhaltlich" könne sie ihn verstehen, "wir haben einen hohen Anspruch", sagte Künzer in einem Interview auf der Verbandsseite: "Es kann sein, dass es für manchen Beobachter ungewohnt erscheint, das so zu formulieren. Aber grundsätzlich sind die Spielerinnen ja auch sehr selbstkritisch und haben ebenfalls hohe Ansprüche."

Wück hatte nach dem 5:1-Erfolg im ersten von zwei Duellen mit Österreich in der WM-Qualifikation deutlich Kritik geübt. Nur "sehr wenige" Spielerinnen seien an ihre Leistungsgrenze gekommen, sagte der Bundestrainer trotz des Sieges. Nach dem zweiten Spiel in Ried (0:0) betonte Wück, dass er nach dem Heimsieg in Nürnberg nicht zu streng gewesen sei: "Intern bin ich noch viel härter als nach außen."

Künzer zeigte Verständnis. "Es ist vielleicht ungewöhnlich, nach einem 5:1-Sieg im ersten Spiel, Kritik so deutlich zu äußern, aber Christian wollte auch ein Signal senden", sagte die Weltmeisterin von 2003. Im enttäuschenden Rückspiel habe man ja gesehen, dass die DFB-Frauen, "in jeder Partie mental und auch spielerisch ans Limit gehen sollten, in jeder Aktion wach und präzise sein müssen".

Trotz des Rückschlags blickt Künzer optimistisch auf den Quali-Endspurt, in den das DFB-Team mit einem Punkt Vorsprung als Spitzenreiter auf den Verfolger Norwegen (9) geht. Man versuche, "die Dinge grundsätzlich sachlich einzuordnen - nach überzeugenden Leistungen genauso, wie wenn es nicht so gut läuft", sagte die 46-Jährige: "Wir haben es nach wie vor in der WM-Quali in der eigenen Hand."