"Gemischte Gefühle" bei Wörns nach verlorenem EM-Finale
"Die Niederlage setzt mir schon ein bisschen zu", sagt Wörns. Gleichzeitig ist der DFB-Trainer aber auch stolz auf seine Mannschaft.
Christian Wörns wusste nach dem verlorenen Finale der U19-EM nicht so recht, wohin mit seinen Gefühlen. "Ich bin natürlich enttäuscht, wir haben uns das anders vorgestellt", sagte der DFB-Trainer nach dem 0:2 (0:1) gegen Spanien, der Blick auf das gesamte Turnier stimmte ihn dann aber wieder versöhnlich: "Ich bin auch mega stolz auf die Entwicklung der letzten zwei Jahre und darauf, was die Mannschaft geleistet hat."
Die deutsche U19 war in Wales erstmals seit 2014 in ein EM-Endspiel vorgedrungen, dort gab es gegen Rekordchampion Spanien aber ein 0:2. Er habe "gemischte Gefühle", sagte Ex-Nationalspieler Wörns nach der Partie in Wrexham: "Die Niederlage heute, die setzt mir schon ein bisschen zu. Aber man muss das Positive rausziehen dürfen - viele Mannschaften hätten gerne mit uns getauscht, überhaupt hier zu sein."
Für die Iberer, die in ihren fünf EM-Spielen auf 19:0 Tore kamen, war es schon der zehnte Titel im U19-Bereich. Im Endspiel zog sich das DFB-Team anders als beim 0:4 in der Gruppenphase gegen den Favoriten lange Zeit achtbar aus der Affäre. Otto Stange vom Hamburger SV hatte sogar die Chance auf sein fünftes Turniertor (30.), ehe Hugo Lopez kurz vor (44.) und Daniel Yáñez kurz nach der Pause (48.) trafen.
"Der Knackpunkt war der Eckball zum 2:0 kurz nach der Pause. Danach hatten wir Riesenchancen - wenn du da das 2:1 machst, fangen sie an zu wackeln, dann hast du vielleicht noch die Chance aufs 2:2", sagte Wörns. Doch dazu kam es nicht.
Eine deutsche U19 hatte zuletzt 2014 das EM-Finale erreicht, damals holte das Team mit Joshua Kimmich, Julian Brandt, Kapitän Niklas Stark und Davie Selke den Titel - nur 18 Tage nach dem WM-Triumph von Rio. Nun durfte sich die Mannschaft um Kapitän Francis Onyeka, der sich zur kommenden Saison dem Bundesliga-Neuling SV Elversberg per Leihe angeschlossen hat, zumindest mit der Qualifikation für die U20-WM 2027 trösten.
Abwehrspieler Luca Erlein wollte so weit aber noch nicht denken. "Wir sind natürlich nicht zufrieden mit dem zweiten Platz, aber mit der Leistung im gesamte Turnier schon", sagte der 19-Jährige von der TSG Hoffenheim: "Es ist der Traum von jedem, einmal Europameister zu werden. So ein Turnier in einem jungen Alter schon spielen zu dürfen macht mich mega stolz."