Familientreffen in Toronto: Amiris besonderes Spiel

Oma, Cousins, Tante - "alle" wollen den Mainzer gegen die Elfenbeinküste im zweiten deutschen WM-Spiel in Kanada sehen.

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Familientreffen in Toronto: Amiris besonderes Spiel
Foto: © AFP/GETTY IMAGES/SID/ALEXANDER HASSENSTEIN

Nadiem Amiri wartet noch auf seine ersten WM-Minuten - das zweite Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) wäre für den Mittelfeldmann das perfekte Turnierdebüt. "Meine Familie, Mama-Seite wohnt in Toronto", berichtete der Profi des FSV Mainz 05, die Partie am Samstag (22.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) werde deshalb zum großen Familientreffen: "Meine Oma, Cousins, Tante", erzählte Amiri, "alle" kommen - auch Unterstützung aus der Heimat.

Amiris Ehefrau Nele und die beiden Söhne werde genau so aus Deutschland über den großen Teich fliegen wie seine Eltern und sein Bruder Nauwid. "Die sind alle maximal im Lampenfieber", sagte Nauwid Amiri dem SWR: "Das wird eine unvergessliche Zeit." Der Trainer des Oberliga-Aufsteigers TuS Mechtersheim verzichtet für das WM-Erlebnis sogar auf einen Teil der Saison-Vorbereitung.

"Das", sagte er der Rheinpfalz über das Familientreffen, "ist eine Riesensache." Besonders für die Oma. "Sie war noch nie im Stadion und hat mich nie live spielen sehen", sagte Nadiem Amiri. Insgesamt seien etwa 20 Angehörige in der Arena.

Dass es überhaupt zu dieser besonderen Zusammenkunft würde kommen können, wusste die Familie vor Amiri. Weil der DFB für jeden Spieler ein Nominierungsvideo vorproduzierte, habe seine Frau schon einige Tage vor ihm die Gewissheit gehabt, dass er dabei sein würde, berichtete der 29-Jährige. "Mich haben sie bis zuletzt schwitzen lassen und mir nichts verraten", erzählte er: "Mir ging es teilweise richtig schlecht in diesen Tagen."

Der Anruf von Julian Nagelsmann brachte die Erlösung, Amiri vergoss Tränen des Glücks. Mit dem Bundestrainer verbindet ihn eine enge Beziehung, seit der ihn in der Jugend nach Hoffenheim holte. "Als Trainer war er schon damals überragend. Und menschlich auch", sagte er: "Und das ist er bis heute geblieben." Nagelsmann sei ein Coach, für den seine Spieler "durchs Feuer" gingen.

Das bekräftigt auch Amiris Bruder Nauwid. "Ich kenne ihn", sagte er: "Er wird es jedem zeigen, Weltmeister werden und danach wieder als Vereinstrainer arbeiten." Überhaupt werde die DFB-Elf "von allen unterschätzt. Aber diese Mannschaft ist eine echte Mannschaft, die zusammenhält mit brutaler Qualität." Eine echte Familie eben - wie die Amiris.