Die anderen haben Messi und Mbappé – Deutschland hat Sané

Während Lionel Messi, Kylian Mbappé und Erling Haaland bei der WM liefern, diskutiert Deutschland über Leroy Sané. Bundestrainer Julian Nagelsmann hält an ihm fest – doch die echte Bewährungsprobe für das Kollektiv steht noch aus.

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Die anderen haben Messi und Mbappé – Deutschland hat Sané
IMAGO/Gribaudi/ImagePhoto

Lionel Messi trifft dreimal. Kylian Mbappé und Erling Haaland doppelt. Die Superstars dieser Weltmeisterschaft liefern am ersten Spieltag. Die Welt bestaunt ihre Helden - und Deutschland diskutiert über Leroy Sané.

„Er gibt der Mannschaft einfach nicht genug - im Vergleich dazu, was er eigentlich könnte“, fasst Journalist und Medienberater Holger Schmidt im Fever Pit’ch Podcast den Kern der öffentlichen Debatte zusammen. Denn die wird vor allem von Fans und Medien geführt. Innerhalb der deutschen Mannschaft scheint Sané deutlich weniger umstritten zu sein als außerhalb.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hält an ihm fest, stellt seine Bedeutung für das Spiel gegen den Ball und für das Mannschaftsgefüge heraus, Kapitän Joshua Kimmich stärkt ihm öffentlich demonstrativ den Rücken. Intern scheint das Vertrauen in Sané, die Hoffnung auf eine Leistungsexplosion ungebrochen. Gerade der Umgang mit Sané deutet darauf hin, dass dieses Team intern deutlich gefestigter ist als noch bei den vergangenen Turnieren.

Nach den gescheiterten Turnieren 2018 und 2022 wirkt der DFB erstmals wieder wie ein geschlossenes Kollektiv. Rollen werden akzeptiert, Nebengeräusche bleiben aus, der Zusammenhalt scheint größer als die Debatte um einzelne Spieler. Gerade deshalb ist Sané aktuell weniger ein sportliches als ein psychologisches Thema. Solange Deutschland gewinnt, trägt das Kollektiv auch einen umstrittenen Leistungsträger mit.

Sané könnte allerdings zum ersten echten Belastungstest für diesen neuen Teamgeist werden. Denn Zusammenhalt zeigt sich nicht nach einem 7:1 gegen Curaçao. Die eigentliche Bewährungsprobe kommt erst, wenn Deutschland ein enges K.-o.-Spiel bestreiten muss und Sané erneut Großchancen liegen lässt oder auf der Bank sitzt. Erst dann wird sich zeigen, ob dieses Team tatsächlich anders funktioniert als seine Vorgänger.

Die Überschrift provoziert bewusst. Denn eigentlich geht es in erster Linie nicht um Leroy Sané. Während Argentinien auf Messi, Frankreich auf Mbappé und Norwegen auf Haaland setzt, versucht Julian Nagelsmann eine Mannschaft zu formen, die ihre Stärke aus dem Kollektiv zieht. Ob das für den WM-Titel reicht, entscheidet sich nicht gegen Curaçao, sondern in den K.-o.-Spielen – wenn auch diese Mannschaft plötzlich einen Spieler braucht, der den Unterschied macht.

https://youtu.be/xxsQNK92SyE?si=7VrPG7uHsJAhKxYN

Den kompletten Fever Pit'ch Talk gibt's zu sehen unter diesem Link.

Takeaways

– Bundestrainer Julian Nagelsmann hält trotz öffentlicher Kritik an Leroy Sané fest.
– Innerhalb der deutschen Nationalmannschaft ist Sané weniger umstritten als in der öffentlichen Debatte.
– Kapitän Joshua Kimmich stärkt Sané öffentlich demonstrativ den Rücken.
– Das DFB-Team wirkt nach den gescheiterten Turnieren 2018 und 2022 erstmals wieder wie ein geschlossenes Kollektiv.
– Die eigentliche Bewährungsprobe für den Teamgeist kommt erst in engen K.-o.-Spielen.
– Julian Nagelsmann setzt auf die Stärke des Kollektivs statt auf einzelne Superstars wie Messi, Mbappé oder Haaland.

Abschnitte

00:00 Die Superstars der WM
02:51 Die aktuelle Situation der deutschen Mannschaft
04:47 Kimmichs Führungsrolle und Teamgeist
10:34 Vergleich der aktuellen Mannschaft mit früheren Erfolgen
14:25 Messi, Mbappé und die Favoriten der WM
18:17 Olise und die taktische Flexibilität
20:26 Urvertrauen und Teamdynamik
21:18 Schwachstellen der französischen Mannschaft
23:13 Messi, Ronaldo und die Superstar-Debatte
25:59 Die Diskussion um Leroy Sané
32:07 Kollektiv vs. individuelle Qualität
33:29 Turnierfavoriten und Ausblick auf die WM

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