WM-Kader: Matthäus und Lahm kritisieren Nominierungstermin

Die früheren Weltmeister-Kapitän verweisen auf das Pokalfinale mit zahlreichen Nationalspielern nur zwei Tage nach der Bekanntgabe des Aufgebots.

Teilen
WM-Kader: Matthäus und Lahm kritisieren Nominierungstermin
Foto: © AFP/SID/Fabrice COFFRINI

Die früheren Weltmeister-Kapitäne Lothar Matthäus und Philipp Lahm haben Kritik am Termin für die Nominierung des WM-Kaders der deutschen Fußball-Nationalmannschaft geübt. "Wir haben zwei Tage später ein Pokal-Endspiel, da spielt Stuttgart gegen Bayern. Wie kann ich diese Kadernominierung zwei Tage davor machen, wo ich ganz sicher zwei, drei Spielern wehtun muss, die sich Hoffnungen auf diese Weltmeisterschaft machen?", sagte Matthäus (65) der Sport Bild (WM-Sonderheft).

Lahm (42) ergänzte im selben Interview: "Ich sehe das genauso." Zwar sei es durchaus möglich, dass Nagelsmann allen Kandidaten der beiden Finalisten Bayern München und VfB Stuttgart ein WM-Ticket gebe. Es sei aber genau so gut denkbar, "dass da Enttäuschte sind, und die sollen dann ein paar Tage später Pokalfinale spielen. Jetzt kann man sagen, wir sind Profis. Aber es macht ja trotzdem was mit den Spielern."

Bundestrainer Julian Nagelsmann wird seinen 26er-Kader für die WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) am Donnerstag (13.00 Uhr) auf dem DFB-Campus in Frankfurt/Main bekannt geben. Am Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) steigt im Berliner Olympiastadion das Pokalfinale.

Von den Münchner Profis haben DFB-Kapitän Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Aleksandar Pavlovic, Leon Goretzka und Jamal Musiala ihr WM-Ticket sicher. Auch Jungstar Lennart Karl dürfte dabei sein. Diskutiert wird aktuell über eine mögliche Rückkehr von Manuel Neuer. Auch dessen Vertreter Jonas Urbig darf hoffen, Tom Bischof hat Außenseiterchancen. Serge Gnabry verpasst die WM verletzt.

Beim VfB dagegen gibt es einige Wackel-Kandidaten. Von Torwart Alexander Nübel über Maximilian Mittelstädt, Josha Vagnoman, Angelo Stiller und Chris Führich bis hin zu Jamie Leweling kann sich keiner sicher sein. Einzig Stürmer Deniz Undav kann mit dem Turnier planen.

"Stuttgart hat schon in der Vergangenheit in der Europa League Probleme gehabt, weil immer donnerstagmorgens oder mittags der Kader benannt worden ist", sagte Matthäus: "Und abends musste Stuttgart dann gegen Porto spielen oder musste sich qualifizieren in irgendeiner Runde. Ich finde das psychologisch auf jeden Fall nicht unbedingt gut terminiert."

Der Rekordnationalspieler ergänzte: "Die Festlegung der Termine sollte sich auch ein bisschen nach dem Spielplan der Vereine richten, die Nationalspieler und an dem Tag oder einen Tag später ein wichtiges Spiel haben. Das kannst du am 24. machen nach dem Pokal-Endspiel. Diese Terminierung, die stört mich schon seit langer Zeit."