Watzke rät Ricken: "Manchmal breitbeiniger auftreten"
Es sei wichtig, der Geschäftsführung Zeit zu geben. Der BVB, sagt Watzke, "wird eine starke Stimme in der Bundesliga bleiben."
Hans-Joachim Watzke hat die Arbeit der beiden Geschäftsführer Lars Ricken und Carsten Cramer gelobt und zugleich die nächsten Entwicklungsschritte skizziert. "Natürlich muss man uns als Borussia Dortmund auch hören. Wir dürfen nicht zu leise werden", sagte der BVB-Präsident den Ruhr Nachrichten. Damit seien "an vorderster Front" Cramer und Ricken gemeint, "die müssen schon auch mal in den Kampf ziehen. Manchmal musst du auch ein bisschen breitbeiniger auftreten, damit alle anderen ein gewisses Maß an Respekt vor dir haben."
Watzke ist überzeugt, dass der BVB "eine starke Stimme in der Bundesliga bleiben" werde. "Das wissen aber unsere Verantwortlichen und da müssen wir unser Profil weiter schärfen. Das wird sicherlich in allererster Linie eine Aufgabe von Carsten Cramer sein, aber Lars muss ihn in seiner Funktion unterstützen", sagte der langjährige Klubchef.
Gleichwohl betonte Watzke, dass er "dieser Geschäftsführung zu 100 Prozent vertraue". Er könne "nur bewerten, was sie machen, wenn sie ihre eigenen Entscheidungen treffen. Und wenn ich getroffene Entscheidungen kritisieren muss, tue ich das intern. Nicht extern."
Bei der Entscheidung, Sportdirektor Sebastian Kehl freizustellen und durch Ole Book von der SV Elversberg zu ersetzen, sei er nicht involviert gewesen. Darüber sei er "froh" gewesen. Er habe Ricken und Cramer gesagt, dass die Entscheidung von ihnen getroffen werden müsse. "Sie haben mir auch angeboten, mich mal im Vorfeld mit Ole Book zu treffen", berichtete Watzke: "Das wollte ich nicht, ich wollte ihre Meinung nicht zerschießen oder bestärken." Das hätten die Geschäftsführer akzeptiert.
Es sei wichtig, Ricken und Cramer Zeit zu geben. "Lars hat in diesen noch nicht mal zwei Jahren schon relativ klare und harte Entscheidung getroffen. Es wird immer so getan, als wenn er sich scheuen würde", sagte Watzke: "Aber er hat Nuri Sahin entlassen und dann mit Niko Kovac komplett die richtige Entscheidung getroffen. Das muss man auch mal festhalten. Und jetzt hat er die nächste harte Entscheidung getroffen. Was für mich wichtig ist: Lars ist korrekt, Lars ist anständig."