Völler verteidigt "Glücksfall" Nagelsmann und nennt Fehler

Der DFB-Sportchef nimmt den zurückgetretenen Bundestrainer in Schutz und erklärt, woran dieser scheiterte.

Teilen
Völler verteidigt "Glücksfall" Nagelsmann und nennt Fehler
Foto: © AFP/SID/CHARLY TRIBALLEAU

Rudi Völler hat den zurückgetretenen Bundestrainer Julian Nagelsmann noch einmal vehement verteidigt, auch wenn er die ein oder andere Entscheidung vor und bei der WM anders getroffen hätte. Er werde "niemals etwas anderes sagen, als dass es ein Glücksfall war, ihn zu bekommen", sagte der DFB-Sportchef in einem gemeinsamen Interview von kicker, Funke Mediengruppe, Frankfurter Rundschau, Süddeutscher Zeitung, ARD und Bild in Frankfurt/Main.

Gescheitert sei Nagelsmann letztlich an seiner Kommunikation rund um verschiedene Personalien. "Julian hat leider diesen Kredit, den er relativ lange hatte, schon vor der WM und dann auch während der WM nicht mehr gehabt. Das empfand ich als ein bisschen ungerecht", sagte Völler. Doch die Entscheidungen des Bundestrainers und seine Art, sie zu verkünden, hätten in der Mannschaft zu schlechter Stimmung geführt, am Ende habe es "keine Basis mehr" für eine Zusammenarbeit gegeben.

Die Kritik am Team-Quartier wies Völler zurück. Die Unterkunft sei "immer nur so gut, wie am Ende die Platzierung war. Aufs Quartier lasse ich nichts kommen", sagte er und betonte: "Die Trainingsbedingungen waren sensationell." WM-Überraschung Norwegen habe ganz in der Nähe gewohnt und sei nicht wie die DFB-Elf in der ersten K.o.-Runde gescheitert.

Unterschätzt habe man "die Wucht und die Macht der Fotos", gab Völler zu und verwies auf "dieses ominöse Foto von Lena auf dem Fahrrad, das hat der Sache nicht gut getan". Was er meinte: Nagelsmanns Ehefrau war während der WM auf Bildern beim Radeln zum Training zu sehen. "Aber deswegen haben wir nicht drei Elfmeter verschossen gegen Paraguay."

Das dritte frühe WM-Aus in Serie sei vielmehr "kein Zufall. Auf gewissen Positionen sind wir auch nicht mehr absolut top, absolute Weltklasse. Da muss man dran arbeiten." Das soll Völler, der seinen Vertrag beim DFB bis 2028 erfüllen wird, künftig mit Wunsch-Bundestrainer Jürgen Klopp tun.