"Skandalös": Iranisch-australischer Schiri erzürnt Müller
Der deutsche Weltmeister regt sich über eine Schiedsrichterentscheidung auf. Der Referee hat eine besondere Vorgeschichte.
Alireza Faghani ging entschlossen weg vom Monitor - und blieb bei seiner Entscheidung. Auch nach Ansicht der Videobilder gab der im Iran geborene und für Australien pfeifende Schiedsrichter keinen Elfmeter für Kylian Mbappé, nicht nur der Superstar blieb fassungslos zurück. Vor allem der deutsche Rio-Weltmeister Thomas Müller konnte den finalen Entschluss des Referees beim Spielstand von 0:0 zwischen Frankreich und dem Senegal (Endstand 3:1) nicht nachvollziehen.
"Das ist ein astreines Foul", sagte der Experte von MagentaTV über den Zweikampf von Sadio Mané mit dem französischen Kapitän nach rund einer Stunde Spielzeit: "Wie man das nicht sehen kann und auf die Idee kommt, das auch nach den Videobildern nicht zu pfeifen, ist für mich ein absolutes Rätsel." Es sei aus seiner Sicht "skandalös, dass das keinen Elfer gibt", so Müller. Auch Mats Hummels sprach von einem "klaren" Elfmeter, Bundesliga-Referee Patrick Ittrich sah die Aktion ebenfalls als "eindeutig" an.
Faghani ist beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada erstmals bei einer Weltmeisterschaft unter australischer Flagge im Einsatz. Bei seinen ersten drei WM-Teilnahmen hatte der mittlerweile 48-Jährige noch für sein Geburtsland Iran gepfiffen. 2019 war er mit seiner Familie nach Australien ausgewandert, einige Jahre später strich ihn die Spitze des iranischen Fußballverbandes von der Liste der internationalen Schiedsrichter, laut Medien wohl auch wegen der Unterstützung regimekritischer Proteste.
Seine erfolgreiche Karriere als Referee ging ungeachtet dessen weiter - nur eben für Australien. 2025 durfte Faghani das Finale der Klub-WM pfeifen. Bei der Siegerehrung erhielt er seine Medaille von US-Präsident Donald Trump, der bekanntlich zuletzt gegen den Iran Krieg führte. Die Bilder der Medaillenübergabe wurden im iranischen Staatsfernsehen zensiert. Von Hardlinern in Teheran wurde die Annahme der Medaille von Trump gar als Akt des "Verrats am System und am Land" ausgelegt.