Riera gescheitert – doch Eintracht Frankfurts Probleme sind größer
FAZ-Experte Konrad Ringleb sieht ein tieferes Strukturproblem. Auch Sportvorstand Markus Krösche gerät in die Kritik.
Trainer Albert Riera ist gescheitert. Nach dem 1:2 gegen den HSV, nur vier Siegen aus zwölf Spielen und immer neuen Nebengeräuschen wirkt seine Zeit bei Eintracht Frankfurt wie ein Experiment kurz vor dem Abbruch. Doch wer die Krise nur an Riera festmacht, macht es sich zu leicht.
FAZ-Experte Konrad Ringleb widerspricht im Fever Pit’ch Podcast der einfachen Trainer-Erzählung: Frankfurt hat nicht nur ein Riera-Problem, sondern ein Strukturproblem. Riera sollte dieser Mannschaft Energie, Härte und Ordnung geben. Bekommen hat Frankfurt einen Trainer, der viel sendet, aber wenig stabilisiert. Seine Pressekonferenzen wurden zum Spektakel, seine Kommunikation zum Problem, seine taktischen Entscheidungen blieben erklärungsbedürftig. Ringleb sagt: „Du kannst ja nicht immer Öffentlichkeit mit 100 Prozent bespielen.“ Irgendwann müsse auch Ruhe in den Verein. Genau die aber hat Riera nie geschaffen.
Sportlich ist die Bilanz noch ernüchternder. Die Defensive wurde kurz stabiler, doch dafür verschwand die Offensive. Can Uzun liefert, wenn er spielt, fast verlässlich Scorerpunkte – trotzdem brauchte Riera Wochen, um seine Bedeutung zu erkennen. Jonathan Burkardt hängt im 4-1-4-1 oft isoliert fest, Mario Götze spielt kaum eine Rolle. Und wenn er spielt, bleibt er wie Arthur Theate und Rasmus Kristensen unter seinen Möglichkeiten. Ringlebs Diagnose trifft deshalb den Kern: „Die Führungsspieler funktionieren nicht.“
Genau deshalb ist Riera nicht die ganze Erklärung. Er ist bereits der dritte Trainer, der an dieser Mannschaft scheitert. Ringlebs Diagnose ist hart: „Die Mannschaft ist einfach falsch zusammengestellt.“ Es fehlt an Energie, Hierarchie, Widerstandskraft – an allem, „was eine funktionierende Fußballmannschaft ausmacht“. Ein teurer Kader, aber kein belastbares Team.
Damit rückt Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche zwangsläufig in den Fokus. Seine Verdienste bleiben groß, doch dieser Sommer war eine Fehlrechnung: die falschen Führungsspieler, der falsche Trainertyp, zu wenig funktionierende Struktur. Riera ist gescheitert. Aber sein Scheitern zeigt vor allem, wie groß Frankfurts Problem wirklich ist.
https://youtu.be/AQq14z0MnZE?si=b5k_OEVRfFMzS2S6
Den kompletten Fever Pit'ch Talk gibt's zu sehen unter diesem Link.
Takeaways
– Albert Riera ist bei Eintracht Frankfurt nach dem 1:2 gegen den HSV und nur vier Siegen aus zwölf Spielen gescheitert.
– Konrad Ringleb sieht bei Eintracht Frankfurt nicht nur ein Trainer-Problem, sondern ein Strukturproblem.
– Die Führungsspieler bei der Eintracht funktionieren laut Ringleb nicht.
– Can Uzun liefert Scorerpunkte, wurde von Riera aber wochenlang nicht entsprechend eingesetzt.
– Albert Riera ist bereits der dritte Trainer, der an dieser Mannschaft scheitert.
– Ringleb kritisiert den Sommer von Sportvorstand Markus Krösche als Fehlrechnung.
– Der Mannschaft fehlt laut Ringleb Energie, Hierarchie und Widerstandskraft.
Abschnitte
00:00 Eintracht Frankfurt und die Trainerfrage
04:09 Die Probleme im Verein und die Mannschaftsstruktur
13:02 Kommunikation und Spielerführung unter Albert Riera
20:08 Rieras Umgang mit Druck und Medien
23:24 Markus Krösche und die Kaderplanung
25:12 Ausblick auf die Zukunft der Eintracht
26:26 Strukturelle Probleme und notwendige Veränderungen
27:40 Trainerdiskussion: Albert Riera und mögliche Nachfolger
29:10 Die Zukunft der Eintracht: Europa League und Conference League
31:32 Trainerprofile: Was braucht die Eintracht wirklich?
34:22 Die Medienlandschaft und ihre Herausforderungen für Journalisten
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