Rekordablöse für El Mala: Der BVB darf jetzt nicht den Taschenrechner zücken
Vor zwei Jahren sparte Dortmund an diesem Spieler 200.000 Euro. Die Rechnung dafür kommt heute, und sie lautet 50 Millionen.
Lars Ricken, Geschäftsführer Sport bei Borussia Dortmund, sagte einen Satz, der nichts sagen sollte: „Es gebietet einfach der Respekt, dass wir von Borussia Dortmund nicht über andere Spieler reden." Da lag beim 1. FC Köln längst das dritte Dortmunder Angebot für Said El Mala. Sky und Ran berichten übereinstimmend: erst 26 Millionen Euro, dann 34, dann 40 plus Boni. Der Respekt wuchs mit der Summe.
Inzwischen soll der BVB bereit sein, die Kölner Forderung ganz zu erfüllen: 50 Millionen Euro für einen 19-Jährigen mit einer einzigen Bundesligasaison. Das sind 15 Millionen mehr, als Borussia Dortmund je für einen Fußballer bezahlt hat. Der Preis ist absurd. Er ist trotzdem der günstigste, den Dortmund in diesem Sommer zahlen kann.
Der bisherige Vereinsrekord steht seit 2016 und heißt Ousmane Dembélé: 35 Millionen Euro an Stade Rennes, gezahlt für einen 19-Jährigen mit einer einzigen Saison in der Ligue 1. Ein Jahr später überwies der FC Barcelona mehr als das Dreifache. Mit Rekordablösen für Teenager hat Dortmund also Erfahrung, und zwar gute.
El Mala hat in 34 Bundesligaspielen 13 Tore erzielt und fünf vorbereitet. Gesetzt war er dabei nicht über die volle Saison. Der damalige Bundestrainer Julian Nagelsmann nahm ihn nicht mit zur WM, sondern Lennart Karl vom FC Bayern. Wer 50 Millionen zahlt, kauft eine einzige gute Spielzeit und die Hoffnung, dass sie kein Ausreißer war.
Nur hat sich Köln diese Zahl nicht ausgedacht. Der Premier-League-Klub FC Brentford bot im Frühjahr 45 Millionen Euro plus fünf an Boni, meldete Sky, der 1. FC Köln war einverstanden — und der Spieler selbst sagte ab, nach Rücksprache mit seiner Familie. Seitdem ist die 50 ein Marktwert, den ein zahlungsfähiger Verein bereits akzeptiert hat. Wer El Mala will, zahlt, was Brentford zu zahlen bereit war.
Und Dortmund weiß besser als jeder andere Verein, was das Rechnen bei diesem Spieler kostet. Im Frühjahr 2024 war Said El Mala 17 Jahre alt und spielte beim Drittligisten Viktoria Köln. Der Medizincheck im Dortmunder Trainingszentrum in Brackel war schon terminiert, wie t-online recherchierte.
Der BVB bot 150.000 Euro und legte nicht nach, als Viktoria ablehnte. Der 1. FC Köln zahlte 350.000 — und dazu 150.000 für Malek El Mala, den älteren Bruder, ohne den der Jüngere nicht gehen wollte. Die Differenz zwischen beiden Angeboten betrug 200.000 Euro. Nachwuchschef beim BVB war damals: Lars Ricken.
200.000 Euro gespart, 50 Millionen fällig: Das ist das 250-Fache, und es ist keine Pointe, sondern die Preisliste für ein Nein zur falschen Zeit. Der Kader macht die Rechnung nicht besser. Karim Adeyemi ist im Juli für 22 Millionen Euro zum FC Barcelona gegangen, die Dortmunder Flügel sind seither dünn besetzt, und die Transferfrist endet am 31. August.
Ricken hat recht, wenn er sagt, ein großer Klub dürfe nicht jeden Preis zahlen. Er hat diesen Satz bei diesem Spieler schon einmal befolgt. 50 Millionen Euro sind zu viel für Said El Mala — 200.000 waren es auch.