Mertesacker: Mit Eistonne zum DFB

Der Weltmeister von 2014 verabschiedet sich launig vom ZDF und will beim Verband etwas "anschieben".

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Per Mertesacker in München
Per Mertesacker in München. Foto: picture-alliance/DeFodi Images/SID/Harry Langer

Per Mertesacker lachte sich scheckig, als sein "Lieblingsinterviewer" Boris Büchler ausgerechnet mit einer Eistonne in der Hand an den Spielfeldrand kam. Die Erinnerung an das legendäre WM-Interview versüßte dem künftigen Geschäftsführer Sport des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) seinen Abschied vom ZDF, nach kurzem Zögern stieg er sogar hinein in das kleine, leere "Entmüdungsbecken", das ihm auch im neuen Job helfen soll.

"Wenn es mal hitzig wird", witzelte Mertesacker über seine Zukunft als "Boss" von Jürgen Klopp, "dann kann ich ganz tief rein." Wer den künftigen DFB-Strategen und den Bundestrainer am Rande des Nations-League-Spiels in München gegen Serbien (2:0) beim Schäkern zusah, dürfte allerdings keinen Bedarf für eine baldige Abkühlung erkannt haben. "Ich habe ihn schon mit 'Chef' begrüßt", scherzte Klopp und lachte.

Nach sechs Jahren als TV-Experte und fast acht als Chef der Akademie des englischen Meisters FC Arsenal wechselt "Merte" zum Verband. Er sprach von einem "Perspektiv-Wechsel" und bekannte: "Ich habe richtig Lust, für den deutschen Fußball was zu erreichen und mit anzuschieben. Das ist jetzt meine neue Motivation."

Der Weltmeister von 2014 berichtete, er sei derzeit "noch nicht so sehr" involviert. Dies sei angesichts der medialen Wucht von Klopp auch nicht nötig. "Ich wollte erst mal ein bisschen Pause machen, Freunde und Familie hatten Priorität", sagte Mertesacker. Am Montag aber werde er "mal in Frankfurt vorbeischauen, ich habe so drei bis vier Tage bis Januar, um mal reinzuschnuppern".

Richtig los geht es dann zum Jahresstart. "Die Aufgabe ist sehr groß. Ich habe Respekt", gab er zu, aber auch sein Wille, "wieder etwas mit aufzubauen", war spürbar. Der 42-Jährige hat als Nachfolger von Andreas Rettig einen Vertrag bis 2030 unterschrieben; eine seiner Aufgaben wird die Verzahnung des Nachwuchses, den Hannes Wolf verantwortet, mit der Nationalmannschaft.

"Ich warte sehnsüchtig auf Per Mertesacker. Er muss die führende Rolle für die Zukunft des deutschen Fußballs übernehmen", sagte der frühere DFB-Sportdirektor Matthias Sammer. Mertesacker müsse sich "brutal durchsetzen". Falls das mal nicht klappt, heißt es: Ab in die Eistonne!