Mainz Scharfrichter im Abstiegskampf? "Nicht verantwortlich"
Die Rheinhessen nehmen das letzte Spiel nochmals komplett ernst, sehen sich aber nicht als Entscheider im Ringen um den Klassenerhalt.
Trainer Urs Fischer sieht den FSV Mainz 05 vor dem Saisonfinale beim 1. FC Heidenheim keinesfalls als Scharfrichter im Abstiegskampf. "Man hat 34 Spieltage Zeit auf sich zu schauen, wir sind nicht verantwortlich für die Situation der anderen. Wir waren in einer ähnlichen Situation und haben uns toll rausgekämpft", sagte der 60-Jährige: "Verantwortlich muss uns keiner machen. Es ist jeder für sich verantwortlich."
Er sei vor dem letzten Spieltag "dankbar, dass wir uns nicht in der Situation befinden", meinte Fischer. Während die Rheinhessen seit zwei Wochen den Klassenerhalt sicher haben, benötigt Heidenheim einen Sieg zum Abschluss. "Ich mache keine Geschenke. Wir versuchen, die bestmögliche Mannschaft auf den Platz zu bekommen und die bestmögliche Leistung abzurufen", betonte Fischer: "Ob uns das gelingt, werden wir sehen."
Es sei nach der tollen Aufholjagd in der Rückrunde "menschlich, dass du auch den mentalen Druckabfall hast und loslässt", führte Fischer aus: "Da nehme ich die Mannschaft total in Schutz." Dennoch habe es nach dem 1:3 gegen Union Berlin mit einer ganz schwachen ersten Halbzeit eine "sehr deutliche Analyse" gegeben. Dass die Mannschaft den Schalter nochmals umlegen könne, habe sie in Durchgang zwei bewiesen, weshalb er auch für Samstag (15.30 Uhr/Sky) optimistisch sei.
Am Donnerstag gab der Verein die Vertragsverlängerung mit Routinier Stefan Bell für die kommende Saison bekannt. Der 34-Jährige spielt seit 2007 für den FSV und absolvierte 333 Pflichtspiele für die Profis. "Ich fühle mich gut und kann der Mannschaft sicher an der ein oder anderen Stelle noch weiterhelfen", sagte Bell. Der Innenverteidiger sei "eine Institution bei Mainz 05", schwärmte Sportdirektor Niko Bungert. Am Mittwoch hatte bereits Danny da Costa verlängert.