Taj: Iran wartet vor WM-Start weiter auf US-Visa
Kurz vor dem Turnierstart fehlt dem iranischen Team angeblich noch die Einreisegenehmigung. Ein Treffen mit der FIFA soll nun Klarheit bringen.
Irans Fußballverband wartet weniger als einen Monat vor dem WM-Start nach eigenen Angaben noch auf die erforderlichen Visa für die USA. "Morgen oder übermorgen werden wir ein entscheidendes Treffen mit der FIFA haben. Sie müssen uns Garantien geben, denn das Visaproblem ist noch immer nicht gelöst", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur IRNA Verbandschef Mehdi Taj am Donnerstag. "Wir haben von der anderen Seite keinerlei Informationen darüber erhalten, wem Visa erteilt wurden. Bislang wurden keine Visa ausgestellt."
Laut Taj sollen die Spieler im Rahmen des Visaverfahrens zur Abgabe ihrer Fingerabdrücke in die türkische Hauptstadt Ankara reisen. "Aber wir versuchen zu arrangieren, dass dies in Antalya erledigt wird, damit keine Reise nach Ankara nötig ist", sagte Taj.
Iran befindet sich seit dem 28. Februar im Krieg mit den USA und Israel. Teheran und Washington unterhalten seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen mehr.
Aufgrund des Nahost-Konflikts hatte es immer wieder Zweifel an der Teilnahme des Iran bei der Endrunde gegeben - erst recht, nachdem die iranische Delegation zuletzt ihre Teilnahme am FIFA-Kongress in Vancouver/Kanada abgesagt hatte. US-Außenminister Marco Rubio betonte zwar, iranische Spieler seien willkommen, schloss jedoch Einreiseverbote für Delegationsmitglieder mit Bezug zu den Revolutionsgarden nicht aus.
Die Iraner, die ihr WM-Lager in Tucson/Arizona geplant haben, sollen am 15. Juni in Los Angeles gegen Neuseeland in die WM starten, weitere Gruppengegner sind Belgien und Ägypten. Am Mittwoch wurde das Team in der Hauptstadt Teheran mit einer Zeremonie verabschiedet.