Lokomotive des Ostens

In Leipzig liegen die Wurzeln des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der 1900 in der Stadt aus der Taufe gehoben wurde. Unter den Gründungsmitgliedern ist der VfB Leipzig, damals noch VfB Sportbrüder genannt.

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Lokomotive des Ostens
Szene aus dem Endspiel im Europapokalsieger 1987, Ajax Amsterdam gegen Lokomotive Leipzig, das Ajax mit 1:0 durch ein Tor von Marco van Basten 1:0 gewann. Foto: Imago/Colorsport

Im Jahr 1903 wird der VfB erster deutscher Fußballmeister. 1906 und 1913 folgen zwei weitere Titel. Dazu kommen die Vizemeisterschaften: 1904, 1911 und 1914. Immer dabei: der titelmäßig bis heute erfolgreichste Fußballer der Stadt, Adalbert „Bert" Friedrich.

1936 gewinnt der VfB mit dem Tschammer-Pokal den Vorläufer des heutigen DFB-Pokals. Nach Kriegsende muss sich der Verein auf Direktive des Kontrollrats der Alliierten auflösen und wird als SG Probstheida neu gegründet. Bis 1955 folgen etliche Namensänderungen. Vom BSG Erich Zeigner Leipzig im Jahr 1949 bis zum SC Leipzig 1963. In der DDR nimmt Fußball einen hohen Stellenwert ein, über ihn lässt sich wunderbar Politik betreiben. 1966 entstehen elf Fußball-Klubs, die auf Anordnung des Zentralkomitees aus den bisherigen Stammvereinen herausgelöst wurden. Darunter der am 20. Januar 1966 aus der Fußballabteilung des Sport Club Leipzig gegründete 1. Lokomotive mit der Deutschen Reichsbahn als Trägerbetrieb bzw. offiziellem Arbeitgeber der Spieler.

Einige Monate später, am 30. Mai 1966, gewinnt „Loksche" gegen den IFK Norrköping aus Schweden den International Football Cup, damals „Rappan-Pokal" genannt. Es ist der erste internationale Titel eines DDR-Oberligisten. Kuriosum am Rande: In das Turnier war man noch als SC Leipzig gegangen. Auch das Halbfinal-Hinspiel gegen den städtischen Rivalen BSG Chemie Leipzig spielte man als SC Leipzig, ehe zum Rückspiel nach der Winterpause dann der 1. FC Lokomotive Leipzig auflief.

Die internationalen Auftritte des Klubs nehmen zu und damit auch die Erfolge. In der Saison 1973/74 erreicht man über den AC Turin, die Wolverhampton Wanderers, Fortuna Düsseldorf sowie Ipswich Town das Halbfinale im UEFA-Pokal, scheitert dort jedoch an den Tottenham Hotspur.

Bis ins Finale schafft es der Verein dann in der Saison 1986/87 im Europapokal der Pokalsieger. Auch wenn das Endspiel in Athen mit 0:1 gegen Ajax Amsterdam verloren geht, ist der Finaleinzug bis heute der größte sportliche Erfolg der Klubgeschichte. Nach der Wende spielt man ein Jahr als VfB Leipzig in der Bundesliga, geht pleite und kehrt als 1. FC Lokomotive aus der Kreisklasse in die Regionalliga zurück.


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