Ilicevic schreibt Geschichte: "Mehr, als man erwarten kann"
Der Jungprofi debütiert für Eintracht Frankfurt im Alter von 16 Jahren und einem Tag und stellt einen Bundesligarekord ein.
Niko Ilicevic sicherte sich rasch den Spielball, zückte das Handy und posierte im Mittelkreis mit dem wertvollen Erinnerungsstück für Selfies. Dann ließ er sich inmitten seiner Teamkollegen von den Fans der Frankfurter Eintracht feiern. Als jüngster Spieler der Fußball-Bundesliga hatte Ilicevic zuvor Geschichte geschrieben - und bei seinem kurzen Premierenauftritt am Sonntagabend beim 3:1 (1:1)-Erfolg gegen den Hamburger SV direkt Eindruck hinterlassen.
Durch den zwei-Tore-Vorsprung sei jene Situation eingetreten, "die ich mir gewünscht habe", sagte SGE-Trainer Adi Hütter nach dem Spiel. In der dritten Minute der Nachspielzeit wechselte er Ilicevic ein, "ich glaube, dass er in den sechs, sieben Minuten weit mehr gezeigt hat, als man erwarten kann", lobte Hütter.
Am Samstag hatte das Talent seinen 16. Geburtstag gefeiert, einen Tag später zog er mit Youssoufa Moukoko gleich. Der ehemalige Dortmunder war bei seinem Bundesligadebüt für den BVB im Jahr 2020 ebenfalls 16 Jahre und ein Tag alt gewesen und hatte seitdem den alleinigen Rekord als jüngster Profi in der obersten deutschen Spielklasse gehalten.
Nach dem historischen Moment ist die Eintracht nun aber auch bemüht, den Hype um Ilicevic in Grenzen zu halten. "Er ist ein unfassbar talentierter Junge", sagte Keeper Noah Atubolu, aber: "Ich will ihn auch nicht zu sehr pushen. Weil er auch einfach Zeit braucht."
Das sah Hütter genauso. "Wir werden behutsam mit ihm umgehen", betonte der Österreicher. Ilicevic werde künftig auch in der U21 spielen, es helfe ihm nicht, wenn er bei den Profis "immer nur ein paar Minuten rein kommt." Auch der Vorstandvorsitzende Axel Hellmann verwies auf die besondere Verantwortung des Klubs: "Ich neige eher dazu, die Kirche im Dorf zu lassen", sagte der 55-Jährige, "wir tun einem 16-Jährigen keinen Gefallen, ihn zu sehr zu hypen."