Fall Balogun: Auch EU-Kommissar Micallef mahnt
"Eine Beeinflussung sportlicher Entscheidungen würde die Autonomie des Sports untergraben", sagt EU-Kommissar Glenn Micallef.
Der "Fall Balogun" stößt auch in der Europäischen Union auf Unverständnis. Die ursprüngliche Entscheidung einer Roten Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun hält Glenn Micallef, der als Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport tätig ist, "als Fan" zwar "für falsch". Doch: "Entscheidungen über sportliche Regeln und sportliche Angelegenheiten obliegen den Sportverbänden, nicht den Politikern. Eine Beeinflussung sportlicher Entscheidungen würde die Autonomie des Sports untergraben."
Viel mehr sollte der Fokus "stattdessen auf den tatsächlichen Herausforderungen im Bereich der Sport-Governance liegen, darunter auch die Instrumentalisierung des Sports für politische Zwecke", schrieb der maltesische Politiker bei X.
Am Sonntag hatte der Fußball-Weltverband FIFA die Sperre für US-Stürmer Balogun aus dem WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) zur Bewährung ausgesetzt. Balogun ist damit im Achtelfinale spielberechtigt. Laut der Nachrichtenagentur AFP, der New York Times und des Guardian rief US-Präsident Donald Trump persönlich bei FIFA-Boss Gianni Infantino an, um ihn um eine Überprüfung der Roten Karte zu bitten.
Nach Informationen des US-Portals The Athletic bekam Belgiens Fußballverband RBFA vom Weltverband FIFA das Recht auf Berufung eingeräumt. Ein Mitglied des FIFA-Berufungsausschusses könnte den Fall verhandeln. Eine Entscheidung müsste noch vor dem Achtelfinale der USA gegen Belgien (Dienstag, 2.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) fallen.