Erster WM-Sieg seit 2014: Algerien dreht Spiel gegen Jordanien

Die Algerier treffen im Kampf um den zweiten Platz zum Abschluss auf Ralf Rangnicks Österreicher.

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Erster WM-Sieg seit 2014: Algerien dreht Spiel gegen Jordanien
Foto: © AFP/GETTY IMAGES/SID/STU FORSTER

Algerien hat seinen ersten WM-Sieg seit zwölf Jahren gefeiert und kann weiter von der K.o.-Runde träumen. Die Mannschaft von Trainer Vladimir Petkovic setzte sich nach Rückstand mit 2:1 (0:1) gegen Jordanien durch und sorgte damit nicht nur für das vorzeitige Aus des mutig aufspielenden Turnier-Neulings, sondern bescherte Titelverteidiger Argentinien und Superstar Lionel Messi auch den vorzeitigen Gruppensieg.

Nadhir Benbouali (69.) und Amine Gouiri (82.) trafen in Santa Clara für die Algerier, die zuletzt 2014 gegen Südkorea (4:2) auf der großen Bühne hatten jubeln können - damals war erst in einem dramatischen Achtelfinale nach Verlängerung gegen den späteren Weltmeister Deutschland (1:2) Schluss gewesen. Die "Wüstenfüchse", die erstmals seit dem Turnier in Brasilien wieder bei einer Endrunde dabei sind, treffen nun zum Abschluss in der Gruppe J am Sonntag (4.00 Uhr MESZ) im direkten Duell um den zweiten Platz auf Ralf Rangnicks Österreicher.

"Es war scheiße, dass wir mit 0:1 in die Halbzeit gegangen sind. Aber wir haben Geduld bewiesen. Die drei Punkte sind das Wichtigste", sagte Algeriens Ibrahim Maza, der zum Spieler des Spiels gekürt wurde. Der in Berlin geborene Profi von Bayer Leverkusen fügte an: "Wir gehen mit Selbstvertrauen in das nächste Spiel und werden noch mehr kämpfen als heute."

Nizar Al-Rashdan (36.) hatte Jordanien zwischenzeitlich auf den ersten WM-Sieg hoffen lassen. Doch das abschließende Duell mit Messi und Co. ist nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel sportlich bedeutungslos.

Nach ihren jeweiligen Auftaktpleiten standen beide Mannschaften unter Druck. Die Algerier, bei denen in Maza, Ramy Bensebaini (Borussia Dortmund) und Fares Chaibi (Eintracht Frankfurt) drei Bundesliga-Profis in der Startelf standen, übernahmen nach und nach die Spielkontrolle. Jordanien zeigte sich jedoch wie schon gegen Österreich (1:3) bissig in den Zweikämpfen und war vor allem über Umschaltmomente gefährlich.

Luca Zidane, der beim 0:3 gegen Argentinien im algerischen Tor keine gute Figur abgegeben hatte, musste gleich zu Beginn mehrmals eingreifen. Die ersten Versuche von Musa Al-Taamari (12.) und Ali Olwan (23.) parierte der Sohn von Zinédine Zidane, Weltmeister 1998 mit Frankreich, noch sicher. Doch nach einem fatalen Fehlpass von Ramiz Zerrouki kurz vorm eigenen Strafraum bot sich Jordanien die nächste Chance, die Al-Rashdan nach einem Luftloch von Al-Taamari eiskalt nutzte.

Algerien hatte zwar mehr Ballbesitz, fand gegen die kompakte Abwehr der Jordanier aber keine Lösungen. Auch nach der Pause war das Team um Kapitän Riyad Mahrez um den Ausgleich bemüht, es fehlte jedoch an der nötigen Präzision und Durchschlagskraft. Zudem zeigte sich Keeper Yazeed Abuleila unter anderem gegen Maza (54.) hellwach. Immer wieder drängte Algerien den Gegner tief in die eigene Hälfte, Benbouali und Gouiri belohnten die Bemühungen.