"Leben selber schwer gemacht": Musiala erlöst die Bayern

Der Rekordmeister fängt gegen Heidenheim den Ausgleich, ehe der Nationalspieler eingewechselt wird - und prompt zuschlägt.

"Leben selber schwer gemacht": Musiala erlöst die Bayern
Foto  ©  AFP/SID/ALEXANDRA BEIER

Der FC Bayern spielt gegen Heidenheim dominant und wackelt dennoch bedenklich - doch auf Joker Jamal Musiala ist Verlass.

München (SID) Sogar die Gegenspieler klatschten Musiala anerkennend auf die Schulter. Mit seinem Doppelpack erlöste der eingewechselte Nationalspieler seinen müden FC Bayern, vor allem dank des Nationalspielers bezwangen die Münchner den widerspenstigen 1. FC Heidenheim mit 4:2 (1:0) und untermauerten ihre Spitzenposition in der Bundesliga.

"Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht", sagte Bayern-Sportdirektor Christoph Freund: "Es war eine brutale Dominanz, der Gegner hatte nicht den Funken einer Chance. Dann schießen wir uns fast selbst ein Tor rein, beide Gegentore waren ein bisschen unnötig. Abhaken, weiter geht's!"

Und zwar am Sonntag (10.30 Uhr) mit der Jahreshauptversammlung. Am Dienstag muss dann in der Champions League in Gelsenkirchen gegen Schachtar Donezk eine Leistungssteigerung her.

In Abwesenheit von Harry Kane und ohne den geschonten Musiala besorgte Dayot Upamecano (18.) die Führung. Alphonso Davies (39.) traf den Pfosten, ehe Heidenheim durch Mathias Honsak (50.) zum Ausgleich kam.

Musiala (56.) brachte die Bayern fünf Minuten nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Heimtor in dieser Saison auf die Siegerstraße. Der ebenfalls eingewechselte Leon Goretzka legte nach (84.). Der frühere Münchner Niklas Dorsch sorgte erneut für Spannung (86.), bevor Musiala (90.+1) die Entscheidung herbeiführte.

Bitter für die Bayern: Kingsley Coman musste mit einer Muskelverletzung vom Platz, auch Thomas Müller schien angeschlagen. "Er hatte ein leichtes Ziehen im Rücken, nichts Schlimmes", beruhigte Freund bei Sky.

Ohne Kane und Musiala fehlten im Angriff Anspielstationen und Ideen. Heidenheim hielt den Raum eng: Wenn die Bayern den Ball hatten, zogen sich die Gäste im 5-3-2 zurück.

Am Ende reichte es nicht zur Überraschung, Heidenheim hat aus den letzten acht Spielen nur einen Punkt geholt. "Kurz haben wir mal geschnuppert", sagte Trainer Frank Schmidt.

Die Führung der Bayern entsprang einer einstudierten Eckenvariante. Nach Kimmichs Hereingabe entwischte Upamecano seinem Bewacher und köpfte ein.

Der Münchner Torwart Daniel Peretz war lange beschäftigungslos. Paul Wanner hing in der Luft, der Ausgleich fiel aus heiterem Himmel. Upamecano spielte einen Rückpass in den Lauf von Honsak, der den ersten Torschuss der Gäste verwertete.

Auftritt Musiala: Nach Olises Ablage trat er dynamisch an und wuchtete den Ball ins Netz. In der Nachspielzeit hatte er das letzte Wort.