DFB setzt Zuschauer-Teilausschluss gegen Dresden vorerst aus

Dynamo Dresden kann gegen Darmstadt 98 auf die volle Unterstützung seiner Fans setzen.

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Ausschreitungen in Dresden
Ausschreitungen in Dresden. Foto: picture-alliance/dpa/SID/Sebastian Kahnert

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) setzt den gegen Zweitligist Dynamo Dresden verhängten Zuschauer-Teilausschluss für das kommende Heimspiel gegen Darmstadt 98 (Sonntag, 13.30 Uhr/Sky) vorerst aus. Die ursprünglich angeordnete Schließung der K-Blöcke K1 bis K5 kommt bei dieser Partie somit nicht zur Anwendung. Darauf haben sich der DFB und Dynamo Dresden im Verfahren vor dem Ständigen Schiedsgericht für Vereine und Kapitalgesellschaften der Lizenzligen verständigt.

Der DFB verzichtet bis zur Entscheidung über die von Dynamo eingereichte Schiedsklage auf die Vollstreckung der Urteile des DFB-Sportgerichts vom 5. Juni und des DFB-Bundesgerichts vom 6. August. Sollte die Schiedsklage vollständig oder teilweise zurückgewiesen werden, erkennt Dynamo Dresden die Vollstreckbarkeit des Urteils des DFB-Sportgerichts vom 5. Juni an. Die Sanktion würde dann im nächsten auf die Verkündung des Schiedsspruchs folgenden Heimspiel greifen – unabhängig davon, ob der Verein weitere Rechtsmittel einlegt.

"Der Gang vor das Ständige Schiedsgericht ist ein legitimer Schritt von Dynamo Dresden", sagte der DFB-Vizepräsident für Rechtsangelegenheiten, Thomas Bergmann. Mit der getroffenen Vereinbarung hätten beide Parteien eine "sachgerechte Regelung für die Dauer des Schiedsverfahrens" gefunden. Nun gelte es, die unabhängige Entscheidung des Ständigen Schiedsgerichts abzuwarten.

Dynamo hatte zunächst gegen die Einzelrichterentscheidung vom 20. Mai, dann auch gegen das Urteil des Sportgerichts vom 5. Juni Einspruch eingelegt und war damit noch eine Instanz höher vor das Bundesgericht gezogen - ohne Erfolg. Das Urteil bezieht sich auf das "Skandalspiel" gegen Hertha BSC am 4. April: Dort war es zu massiven Ausschreitungen gekommen, weil Fans unter anderem aus dem Dresdner K-Block in Richtung Gästeblock gestürmt waren und Pyrotechnik in diesen geschossen hatten. Das Spiel war zwischenzeitlich für 19 Minuten unterbrochen. Die Berliner waren ihrerseits mit einer Strafe von 152.000 Euro belegt worden.