Heimpleite: Klopp muss umdenken!
Ein Punkt, eine Niederlage: Die alten Probleme des DFB-Teams sind trotz neuem Trainer da. Er muss seinen Fußball an die Mannschaft anpassen.
Ein Punkt gegen die Niederlande, die Niederlage gegen Griechenland – und die ernüchternde Erkenntnis, dass Euphorie, Intensität und ein neuer Trainer allein die alten Probleme des DFB-Teams nicht verschwinden lassen. Jürgen Klopp wollte aus seinen ersten beiden Spielen als Bundestrainer Antworten bekommen. Die wichtigste: So wird’s (noch) nichts.
„Das ist die harte Realität“, sagt FUNKE-Reporter Julian Witzel im Fever Pit’ch Podcast. Die ersten beiden Spiele haben ziemlich genau gezeigt, wo Klopps Fußball diesem DFB-Team hilft – und wo nicht. Die Niederlande boten Räume für Tempo und Umschaltspiel. Griechenland stand tief, überließ Deutschland den Ball und nahm Klopp damit genau das, was gegen Holland funktioniert hatte. Deutschland musste plötzlich selbst gestalten. Und konnte es nicht. Ideen fehlten, individuelle Lösungen auch.
Das ist mit fehlenden Automatismen allein nicht erklärt. „Ich glaube schon, dass wir in Deutschland ein Qualitätsproblem haben“, sagt Witzel. Natürlich könnte Klopp mit mehr Training an Abläufen arbeiten. Nur bekommt ein Bundestrainer diese Zeit nicht. Und Spieler, die ein enges Spiel mit individueller Klasse öffnen, kann er sich „auch nicht backen“, sagt Witzel. Klopp kann nicht darauf warten, dass sich die Bedingungen seinem Fußball anpassen. Er muss seinen Fußball an das anpassen, was diese Mannschaft leisten kann.
Das könnte auf eine Art „Klopp light“ hinauslaufen. Statt gegen tief stehende Gegner Dominanz zu erzwingen, könnte Deutschland ihnen bewusst mehr vom Spiel überlassen – und damit jene Räume öffnen, in denen Klopps schnelles Umschaltspiel funktioniert. Umdenken hieße also nicht, Klopps Idee aufzugeben. Sondern sie so anzupassen, dass sie mit dieser Mannschaft funktioniert.
Damit bekommt Klopps großes Casting nach nur zwei Spielen eine unerwartete zweite Ebene. Eigentlich wollte der neue Bundestrainer herausfinden, welche Spieler zu seiner Nationalmannschaft gehören. Die Heimpleite gegen Griechenland hat gezeigt, dass auch seine Vorstellungen den Praxistest bestehen müssen. Klopp sucht die Spieler für seinen Fußball. Gleichzeitig muss er jetzt den Fußball für seine Spieler finden. Sonst wird’s tatsächlich nichts.
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Foto: Imago
Takeaways
- Griechenland stand tief und entlarvte die Schwächen des DFB-Teams.
- Das Umschaltspiel funktioniert, das eigene Gestalten des Spiels nicht.
- Julian Witzel sieht in Deutschland ein Qualitätsproblem.
- Klopp bekommt als Bundestrainer nicht die Zeit, an Abläufen zu arbeiten.
- Klopp muss seinen Fußball an die Mannschaft anpassen statt umgekehrt.
- Eine Art „Klopp light“ könnte gegen tief stehende Gegner die Lösung sein.
- Klopp sucht die Spieler für seinen Fußball und den Fußball für seine Spieler zugleich.
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