Dann lieber eine WM mit 64 Teams

"Nicht noch eine Verwässerung", mag der eine oder andere Kritiker rufen. Aber hat die laufende WM nicht die beste Antwort gegeben?

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Dann lieber eine WM mit 64 Teams
Foto: Imago / Ball Raw

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: 72 (!) Spiele hat die Gruppenphase der XXL-WM umfasst - und passiert ist quasi nichts. Na gut, 16 schwache Teams wurden ausgesiebt, das war's dann aber auch. Für die Großen war ein Ausscheiden nahezu unmöglich, richtig los geht es erst jetzt.

Aber so ist das eben, wenn 48 Teams mitmachen und fast alle Gruppendritten im Turnier verbleiben. Man mag es kaum laut aussprechen, aber eine (weitere) Aufstockung auf 64 Mannschaften wäre daher begrüßenswert. Denn wenn nur die Hälfte der Teams den Sprung in die K.o.-Phase schafft, wird die Gruppenphase deutlich aufgewertet.

"Nicht noch eine Verwässerung", mag der eine oder andere rufen. Aber hat die laufende WM nicht die beste Antwort gegeben? Die noch vor drei Wochen als "Kanonenfutter" belächelten Teams aus Kap Verde und Curacao etwa haben das Turnier bereichert - neben, aber eben auch auf dem Platz. Warum nicht mehr davon? Eine Rückkehr zu 32 Teams ist (leider) kaum vorstellbar, daher kann die FIFA auch gleich auf 64 gehen - zumal keine zusätzliche K.o.-Runde nötig wäre.

Wobei: Sind Gruppenphasen im modernen Fußball überhaupt noch zeitgemäß? Die Champions League hat es vorgemacht, andere Wettbewerbe sind nachgezogen. Eine Ligaphase gefolgt von einer K.o.-Runde - auch eine Fußball-WM könnte in diesem Modus ausgespielt werden. Undenkbar? Abwarten ...