Ausschreitungen in 183 französischen Städten nach WM-Aus

Rund um das verlorene Halbfinale gegen Spanien am französischen Nationalfeiertag meldet das Innenministerium zahlreiche Festnahmen.

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Ausschreitungen in 183 französischen Städten nach WM-Aus
Foto: © AFP/SID/MARTIN LELIEVRE

Nach dem Ausscheiden der französischen Fußball-Nationalmannschaft im WM-Halbfinale gegen Spanien ist es landesweit zu zahlreichen Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in 183 Städten, insbesondere in Paris und Lyon, Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und Sicherheitskräften registriert, 342 Personen festgenommen und 250 in Polizeigewahrsam genommen. Zudem dokumentierten die Behörden 688 Angriffe mit Feuerwerkskörpern auf Einsatzkräfte und beschlagnahmten 1128 Böller.

20 Angehörige der inneren Sicherheitskräfte wurden verletzt, im Vergleich zu 85 im Vorjahr. Diese Zahl stelle zwar einen deutlichen Rückgang dar, "ist aber dennoch inakzeptabel. Diese festlichen Momente dürfen nicht mit einer hohen Zahl an Verletzungen unserer inneren Sicherheitskräfte enden", sagte Innenminister Laurent Nunez. Trotz der Vielzahl an Vorfällen sprach das Innenministerium jedoch nicht von schwerwiegenden Ausschreitungen.

Allerdings kam es in Grenoble zu einem tödlichen Zwischenfall: Ein 49-jähriger Mann wurde laut Medienberichten während des Halbfinalabends verfolgt und erschossen. Die Ermittler vermuten einen Zusammenhang mit einem Bandenkonflikt.

Besonders brisant war der Zeitpunkt des Spiels, das Frankreich mit 0:2 verlor, da es auf den französischen Nationalfeiertag am 14. Juli fiel. Rund um diesen Tag kommt es traditionell häufig zu Sachbeschädigungen, Brandstiftungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen. Bereits in der Nacht zuvor hatten die Behörden in 141 Städten Gewaltvorfälle registriert und 188 Menschen festgenommen. Insgesamt wurden an den beiden Tagen landesweit 701 Fahrzeuge in Brand gesetzt.