ZIS-Jahresbericht: Weniger Verletzte, aber mehr Straftaten
Die Zahlen für die Saison 2025/26 sind veröffentlicht. Dabei gibt es positive wie negative Trends.
Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) hat in ihrem Jahresbericht für den Profifußball eine durchwachsene Bilanz gezogen. Demnach habe es bei den 2681 untersuchten Spielen der Saison 2025/26 insgesamt 1446 Verletzte gegeben und damit 55 weniger als in der vorherigen Spielzeit, teilte das zuständige Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste in Nordrhein-Westfalen mit.
Trotz des kleinen Rückgangs seien "die Zahlen insgesamt nicht hinnehmbar, denn diese stehen für Menschen mit Verletzungen", sagte ZIS-Leiter Michael Madre. Schließlich wären diese Verletzungen "bei regelkonformen Verhalten vermeidbar gewesen".
Untersucht wurden die Begegnungen der ersten vier deutschen Spielklassen, Relegationsspiele, Partien des DFB-Pokals sowie Heimspiele deutscher Klubs auf internationaler Ebene. "Gewaltvorfälle sind inakzeptabel und haben nichts mit Fankultur zu tun - jede verletzte Person ist eine zu viel. Zugleich erlebt die überwältigende Mehrheit der 21 Millionen Stadionbesucher der Bundesliga und 2. Bundesliga den Fußball friedlich und sicher", teilte die Bundesliga auf Anfrage mit.
Grundlage hierfür seien "auch die umfangreichen Investitionen in Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen von Liga und Klubs, die zuletzt bei rund 160 Millionen Euro pro Saison lagen", führte der Ligaverband weiter aus: "Hinzu kommt der stetige Ausbau der erfolgreichen Stadionallianzen, die auch zu einer Reduktion der Anzahl der im Umfeld von Fußballspielen eingesetzten polizeilichen Einsatzkräfte führen."
Die Zahl der polizeilichen Einsatzstunden von Länder und Bund sank gemäß des am Freitag von der ZIS veröffentlichten Jahresberichts von 2.623.000 auf 2.618.000. Die Anzahl der festgestellten Straftaten sei allerdings auf 7668 gestiegen (Vorjahr: 7054), auch die Zahl der freiheitsentziehenden bzw. beschränkenden Maßnahmen wuchs auf 8341 an (Vorjahr: 8234).
Beim Großteil der Delikte gehe es um "Körperverletzung, Widerstand, tätlicher Angriff auf Polizistinnen und Polizisten, Landfriedensbruch oder Sachbeschädigung", erklärte Madre. Auch bei der Zahl der Pyrovergehen sei die Entwicklung weiter negativ.
Nicht zufrieden zeigte sich die ZIS zudem mit dem nur leichten Anstieg der gültigen Stadionverbote auf 669 (Vorjahr: 593). Dieser Wert liege im Vergleich zur Zahl der festgestellten Straftaten "noch immer auf einem vergleichbar niedrigen Niveau", monierte Madre, sie sei damit "ein Indiz dafür, dass die Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten weiterhin nicht flächendeckend konsequent Anwendung erfahren."