"Wegweisendes" Urteil: Cas stärkt Mutterschutz im Fußball

Lazio Rom trat genau dann von einem vereinbarten Vertrag mit seiner Spielerin Maja Göthberg zurück, als die Schwedin ihre Schwangerschaft mitteilte.

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"Wegweisendes" Urteil: Cas stärkt Mutterschutz im Fußball
Foto: © / ipa-agency.net/picture-alliance/SID/Domenico Cippitelli/IPA Sport /

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat den Mutterschutz im Profifußball gestärkt. Das Gericht entschied, dass der italienische Klub Lazio Rom seiner ehemaligen Verteidigerin Maja Göthberg Schadensersatz zahlen muss. Dieser sei unrechtmäßig von einem Vertrag zurückgetreten, als die Schwedin ihre Schwangerschaft mitgeteilt hatte. Die Spielergewerkschaft FIFPRO sprach von einem "wegweisenden" Urteil.

Der CAS stellte fest, dass bereits vor der Offenlegung der Schwangerschaft ein rechtsverbindlicher Arbeitsvertrag zustande gekommen war - auch ohne Unterschrift. Dafür müsse kein unterzeichneter oder registrierter Vertrag vorliegen. Das Gericht erklärte weiter: "Der Verein begann genau in dem Moment, als er von der Schwangerschaft der Spielerin erfuhr, die Gültigkeit des Vertrags zu bestreiten." Lazio muss Göthberg nun insgesamt 69.333 Euro zahlen.

Laut FIFPRO hat Göthberg ein Verfahren angestrengt, das "die künftige Anwendung von Schutzbestimmungen bei Schwangerschaften im Profifußball prägen könnte". Göthberg hatte in der Saison 2023/24 für Lazio gespielt und war mit dem Klub in die erstklassige Serie A aufgestiegen.

"Die Bedeutung dieses Urteils geht über Maja Göthberg hinaus und bestätigt, dass Klubs nicht einfach aus einem Arbeitsverhältnis aussteigen können, selbst wenn dieses nicht vollständig formalisiert ist, sobald sie erfahren, dass eine Spielerin schwanger ist", sagte FIFPRO-Rechtsdirektorin Alexandra Gomez Bruinewoud.

Der Fall gilt als potenziell richtungsweisend für den Umgang mit Schwangerschaften im Profifußball und könnte laut FIFPRO künftig maßgeblich beeinflussen, wie Schutzrechte für Spielerinnen umgesetzt werden.

Göthberg begrüßte das Urteil und erklärte, bei ihrem Verfahren sei es darum gegangen, "fair und respektvoll" behandelt zu werden: "Das Urteil sendet eine Botschaft, dass eine Schwangerschaft niemals als Problem oder als Grund angesehen werden sollte, einer Spielerin Arbeitsmöglichkeiten zu verweigern."