Wegen Regenbogen-Fächer: DFB-Fan in Toronto verprügelt
Nach dem gesicherten Gruppensieg feiern die Fans in einem Nachtclub in Toronto. Einer von ihnen wird angegriffen.
Ein Fan der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist in einem Nachtclub in Toronto verprügelt worden. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, sei der 33 Jahre alte Mann aus Berlin nach dem 2:1-Sieg der DFB-Elf gegen die Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) im Club "Paris Texas" attackiert worden, weil einer seiner Freunde einen Fächer in Regenbogenfarben dabei hatte.
"Ich war acht Stunden in der Notaufnahme. Ich hatte eine Platzwunde, die genäht werden musste", berichtete das Mitglied eines DFB-Fanklubs im Gespräch mit dem Abendblatt. Sein Freund, der mit dem Fächer lediglich "ein Zeichen für die Freiheit setzen" wollte, sei bereits bei der Partie im Stadion angepöbelt worden. Später seien dann drei Männer auf sie zugekommen, einer von ihnen habe ein Schottland-Trikot getragen.
"Wir haben die Situation unterschätzt", sagte er, nach einer verbalen Auseinandersetzung sei ihm sein Glas aus der Hand geschlagen und er kurz darauf "zu Boden gedrückt" worden. Nachdem sich der Mann befreit hatte, verließ die Gruppe zunächst den Club. Als er in Begleitung der Sicherheitskräfte zurückkehrte, um seine vergessenen Fanutensilien zu holen, attackierten die Männer ihn erneut und schlugen mit den Fäusten auf ihn ein.
Unterstützung der Security oder der Behörden blieb nach Aussage des Fans aus. "Die Türsteher haben nichts gemacht. Ich habe mich hinter die Bar gerettet", sagte er. Die Täter flüchteten, die kanadische Polizei verweigerte dem Opfer zufolge nach ihrer Ankunft die Hilfe: "Die Reaktion der Polizei war: Das wird eh schwierig, es lohnt sich nicht."
Trotz des Zwischenfalls reist der Betroffene, dessen Wunde mit drei Stichen genäht wurde, mit seiner Gruppe auch zum letzten Vorrundenspiel. Am Donnerstag (22.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) trifft Deutschland als bereits feststehender Gruppensieger in East Rutherford auf Ecuador.