VfB unterliegt im Hexenkessel von Istanbul

Die Stuttgarter kassieren nach einer wilden ersten halben Stunde ihre erste Niederlage in der Königsklasse.

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Chris Führich im Zweikampf mit Galatasarays Yunus Akgün
Chris Führich im Zweikampf mit Galatasarays Yunus Akgün. Foto: picture-alliance/dpa/SID/Mustafa Alkac

Der VfB Stuttgart hat im ohrenbetäubenden Hexenkessel von Istanbul seine erste Niederlage in der Champions League kassiert. Bei Galatasaray unterlagen die Schwaben trotz einer guten zweiten Halbzeit mit 0:2 (0:2). Während die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß neben Schwächen in der Abwehr erneut auch Mängel im Abschluss offenbarte, traf der 21 Jahre alte Russe Alexei Batrakow doppelt (12./15.).

Nach einem mutigen Beginn und einer leichtfertig vergebenen Großchance für Jamie Leweling (8.) drohte der VfB zunächst unter die Räder zu kommen. Erst nach einer wilden ersten halben Stunde kam der VfB besser ins Spiel, vergab aber vor allem nach der Pause zahlreiche gute Chancen, um dem Spiel noch eine Wende zu geben.

Nach zuvor zwei Siegen und einem Unentschieden schmälert die Niederlage beim Rekordmeister der Türkei, bei dem die ehemaligen Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan nur auf der Bank saßen, die Chancen auf die direkte Qualifikation für das Achtelfinale. Das fünfte Spiel in der Ligaphase bestreitet der VfB am 25. November zuhause gegen Inter Mailand.

Das Spiel war vom Anpfiff weg von hoher Intensität geprägt, permanent begleitet vom Höllenlärm, den die Anhänger von "Gala" wie erwartet verursachten. Der VfB hätte dennoch früh für etwas Ruhe sorgen können. Nach einer Flanke von Maximilian Mittelstädt traf Leweling aber nur den linken Pfosten, von wo aus der Ball an den rechten Pfosten und zurück ins Feld flog (8.).

Nach einem mutigem Beginn verlor der VfB schnell den Überblick im Angriffswirbel der Gastgeber. Erst drosch Batrakow eine verunglückte Abwehr von Jeff Chabot präzise ins Tordreieck, nur drei Minuten später traf der Russe durch die Beine von Torhüter Fabian Bredlow, der den Vorzug vor Dennis Seimen erhalten hatte. Den nächsten Schuss des 21-Jährigen konnte er gerade so parieren (22.).

Zu allem Überfluss kam auch die frühe Auswechslung von Atakan Karazor hinzu (17.). Es kam der 19 Jahre alte Österreicher Yanik Spalt, der aber dazu beitrug, dass sich der VfB wieder ein wenig fing. Die Emotionen waren dabei weiter am Anschlag, bestens zu beobachten bei einer Rauferei am Spielfeldrand nach einem Zweikampf zwischen Chris Führich und Baris Yilmaz (37.).

Das Spiel blieb auch nach der Pause ruppig und zerfahren, der VfB aber bewegte sich nun mindestens auf Augenhöhe beim erkennbaren Bemühen, den Rückstand wettzumachen. Nur an der Effizienz haperte es wie so oft in dieser Saison. Der gute Chris Führich schlenzte am Tor vorbei (57.), Schüsse von Deniz Undav (63.) und erneut Führich (65.) parierte der starke Ugurcan Cakir. Und ein Treffer von Führich wurde wegen Abseits aberkannt (75.). Kurz vor Schluss scheiterte auch Dzenan Pejcinovic am Istanbuler Torhüter (86.).