Unvergessen: Seeler wäre am Donnerstag 90 Jahre alt geworden
Er gehörte zu Hamburg wie der Hafen, die Fans haben das Idol für immer in ihr Herz geschlossen.
Seine bescheidene Art, sein Einsatz auf dem Platz und ein "Nein" machten aus dem Fußballer Uwe Seeler ein nationales Denkmal. Am 5. November wäre die Legende vom Hamburger SV 90 Jahre alt geworden, die Erinnerungen an "Uns Uwe" sind auch vier Jahre nach seinem Tod nicht verblasst.
In Hamburg können die Fans an Seelers Geburtstag etwa bei einer Talk-Veranstaltung in Erinnerungen an ihr Idol schwelgen, der NDR zeigt eine Hommage, eine neue Biografie ist erschienen und zudem wird der "Dicke", wie ihn seine Frau Ilka liebevoll nannte, etwa mit einer Silbermünze geehrt.
Seeler war eben kein normaler Fußballer, die Fans haben ihn auf ewig in ihre Herzen geschlossen - eben weil er so war, wie er war. "Warum hätte ich abheben sollen? Nur weil ich ein bisschen besser kicken konnte?", pflegte Seeler stets zu sagen, "so bin ich nicht erzogen worden".
Seeler krempelte die Ärmel hoch, er arbeitete Fußball, er kämpfte, wühlte, biss, wollte. Der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft warf sich in den Dreck, er stand für Einsatz, Fleiß und ehrliche Arbeit. Seine Absage an Inter Mailand, mit der Seeler auf traumhaften Reichtum verzichtete, machte aus Seeler endgültig den Star, der allen gehörte. "Ich bin ein Hamburger Jung, und das werde ich auch immer bleiben", sagte er einmal.
Und deshalb halten die Stadt Hamburg und der HSV das Gedenken an das Idol hoch, am Freitag vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr/Sky) werden vermutlich noch einmal mehr Fans als sonst zu Seelers vier Tonnen schweren Bronze-Fuß vor dem Volksparkstadion pilgern und Fotos machen. Das Idol ist unvergessen.