Spielergewerkschaft zu FIFA-Plan: "Niemals akzeptieren"
Die Spielergewerkschaft FIFPRO und die European Leagues sorgen sich in ihren Stellungnahmen um den Ausverkauf des Fußballs und die Profis.
Zu dem großen Aufschrei über die Investorenpläne des Fußball-Weltverbands FIFA hat sich auch die Stimme der europäischen Spielergewerkschaft FIFPRO gesellt. Vor allem das fehlende Mitspracherecht der Profis sorgt für Ärger.
"Beunruhigend" sei es, "dass ein Projekt dieser Größenordnung weitgehend hinter verschlossenen Türen entwickelt und fast bis zur Einigung vorangetrieben wurde, ohne dass die am stärksten Betroffenen in nennenswertem Umfang einbezogen wurden", hieß es in der Stellungnahme am Mittwoch.
Die europäische Abteilung der weltweiten Interessenvertretung machte klar, FIFA-Boss Gianni Infantino bei seinen Plänen, Anteile der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, "nicht zu unterstützen". Die FIFPRO würde dies "niemals tun".
Ein Wortbruch der FIFA dürfte die FIFPRO in seiner Haltung bestärkt haben. Die Parteien hatten sich erst Ende Juni auf eine Absichtserklärung geeinigt, sich zukünftig besser um das Wohlergehen der Spieler zu kümmern. "Die Entscheidung, die kürzlich zwischen der FIFA und der FIFPRO eingerichteten Dialogmechanismen zu umgehen, verstärkt diese Bedenken nur noch weiter."
Nach dem Vertrauensbruch richtete sich die FIFPRO, die nach eigenen Angaben knapp 35.000 europäische Profis repräsentiert, an die nationalen Fußballverbände und Regierungen, um den "Fußball" als "öffentliches Gut" zu retten - im Sinne der Spieler.
Zu den prominenten Mitgliedern im Spielerrat gehören der argentinische Nationalspieler Alexis Mac Allister und die englische Nationalspielerin Lucy Bronze.
Ähnlich drastische Worte waren auch im Statement der European Leagues (EL) zu lesen. "Die Weltmeisterschaft sollte nicht zum Verkauf stehen. Sie ist kein Privatvermögen des FIFA-Präsidenten", so der Verband, der Profi-Ligen in Europa repräsentiert.
Wie auch die FIFPRO kritisierten die Vorstandsmitglieder der EL die drohende Änderungen im Spielkalender. So kündigte European Leagues an, bei der Europäischen Kommission Beschwerde einzureichen, um gegen die FIFA und den "Missbrauch ihrer marktbeherrschenden Stellung" vorzugehen. Das europäische Wettbewerbsrecht sei verletzt worden.