Nach WM-Aus: Kolumbiens Verband verurteilt Morddrohungen
Jaminton Campaz vergab die Chance zum Sieg, nun ist er laut eines Medienberichts sicherheitshalber noch nicht in die Heimat zurückgekehrt.
Der kolumbianische Fußballverband (FCF) hat Morddrohungen gegen seinen Nationalspieler Jaminton Campaz verurteilt. "Kein Sportler und kein Mitglied seines Umfelds darf wegen der Vertretung des Landes im sportlichen Rahmen Einschüchterungen ausgesetzt sein", schrieb der FCF in einer Mitteilung. Weil Campaz beim WM-Aus im Achtelfinale gegen die Schweiz in der Verlängerung eine große Chance auf den Sieg vergeben hatte, wurde er angefeindet. Im Elfmeterschießen gewann die Schweiz 4:3.
Dabei werden Erinnerungen an Andrés Escobar wach. Der Verteidiger war bei der WM 1994 mit einem Eigentor gegen die USA (1:2) maßgeblich am Aus nach der Vorrunde beteiligt. Nach der Rückkehr in die Heimat wurde er in Medellín ermordet. Laut dem Portal OneFootball ist Campaz aus Sicherheitsgründen noch nicht nach Kolumbien zurückgekehrt.
Der kolumbianische Verband forderte, "die notwendigen Ermittlungen so zügig wie möglich voranzutreiben, um die Verantwortlichen für diese Vorfälle zu identifizieren, strafrechtlich zu verfolgen und zu bestrafen."
Fußball müsse "ein Ort der Zusammengehörigkeit, des Respekts und der Hoffnung sein, niemals jedoch eine Bühne für Hass, Einschüchterung oder Gewalt", hieß es in der Mitteilung.