Miron Muslics Angriff schweigt: Dresden vollstreckt den Beweis

In Dresden bleibt Schalke zum fünften Mal in Folge ohne Sieg. Miron Muslics Offensive trifft nicht mehr – ein Tor aus vier Ligaspielen klagt an.

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Dresden - Schalke DFB-Pokal Dresden, 28.10.2026, Rudolf-Harbig-Stadion, Fußball, DFB-Pokal, 2. Hauptrunde , SG Dynamo Dresden vs. FC Schalke 04 2:0 (0:0) , Enttäuschte Schalker Spieler nach
Foto: IMAGO/Picture Point LE

Edin Dzeko köpft in der 2. Minute im Rudolf-Harbig-Stadion aufs Dresdner Tor, bekommt aber nicht genug Druck hinter den Ball. Es bleibt eine der wenigen Szenen, die Schalke 04 an diesem Mittwochabend offensiv zustande bringt. Danach lässt sich der Stürmer immer wieder ins Zentrum zurückfallen, verteilt Bälle, statt sie zu versenken – und genau darin steckt das ganze Problem dieser Mannschaft.

Das 0:2 bei Zweitligist Dynamo Dresden ist kein Betriebsunfall. Es ist das logische Ende einer Offensive, die in vier Bundesliga-Partien nur ein einziges Tor erzielt hat. Wer so harmlos auftritt und dann beim Zweitligisten erneut nichts zustande bringt, muss sich fragen, ob der Aufwärtstrend je existiert hat.

Die Zahlen von Trainer Miron Muslic lesen sich erbarmungslos. Ein Tor aus vier Bundesliga-Spielen, wettbewerbsübergreifend nun fünf Spiele ohne Sieg, und zum Abschluss ein Pokal-Aus beim Zweitligisten. Der fünfmalige DFB-Pokalsieger wartet jetzt seit sechs Jahren darauf, überhaupt wieder in die Runde der letzten 16 zu kommen. Dresden dagegen steht erstmals seit zwölf Jahren im Achtelfinale – der Klub, der denselben Schalkern schon 2014/15 als damaligem Champions-League-Starter das Erstrunden-Aus bescherte.

Man kann das Aus verschmerzen, solange Schalke in der Liga vom Relegationsplatz wegkommt. Der Pokal ist nicht die Kernaufgabe, und ein formstarker Gegner wie Dynamo kann jedem die Zähne zeigen. So lautet die bequeme Lesart.

Nur hält sie der Prüfung nicht stand. Denn die Harmlosigkeit, die Schalke in Dresden zeigte, ist keine Pokal-Laune, sie ist der Dauerzustand. Offensiv ging praktisch nichts. Nach dem 0:1 investierte Schalke mehr, hatte den Ball – und die Königsblauen erzeugten trotzdem wenig Gefahr. Wer selbst mit dem Ball und im Rückstand nichts kreiert, hat kein Pokal-Problem. Der hat ein Tor-Problem.

Die wenigen Gelegenheiten unterstreichen es. Hwang Hee-chan kam vor der Pause zu einer seiner seltenen Gelegenheiten, seinen Kopfball parierte Lennart Grill. Vor dem Tor von Lennart Grill entstand kaum echte Gefahr, weil der letzte Pass meist zu ungenau war. Eine Mannschaft auf dem Relegationsplatz muss diese Momente nutzen. Schalke lässt sie liegen, Spiel für Spiel.

Auf der Gegenseite genügten Patrice Covic in der 54. Minute und Christoph Daferner in der 88. Minute, um den Deckel draufzumachen. Covic kam nach einer Hereingabe am zweiten Pfosten frei zum Abschluss. Es war der Unterschied zwischen einer Mannschaft, die ihre Chancen verwertet, und einer, die keine hat.

Die Krise, in die Schalke immer tiefer rutscht, lässt sich an diesem einen Tor aus vier Bundesliga-Spielen ablesen. Erfolg wird über Tore erreicht, nicht über Kampf und tiefe Blocks. Und die hat Schalke in Dresden erneut nicht geschossen: weil diese Offensive sie schlicht nicht mehr produziert.