Matthäus und Fuss: zwei Sender, eine Woche, dasselbe Duo
Seit Juni gehört Sky zu RTL, und in dieser Woche hört man es: dieselben Experten am Donnerstag im Free-TV und am Samstag im Bezahlfernsehen.
Am Donnerstagabend arbeitet Lothar Matthäus für RTL, am Samstagabend für Sky Sport. Und beide Male kommentiert Wolff Fuss. Bei RTL ist es die Conference League, AS Monaco gegen den SC Freiburg, Sendebeginn 20.15 Uhr. Bei Sky Sport ist es das Bundesliga-Topspiel, Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt.
Dass beide Abende in derselben Mail angekündigt werden, im Sport-Newsletter von RTL Deutschland, hat einen Grund: Seit dem 1. Juni 2026 gehört Sky Deutschland zur RTL Group. Matthäus führt in dem Newsletter die Berufsbezeichnung „RTL/Sky Experte“, Felix Kroos ebenfalls. Für den Zuschauer ist die Wahl des Senders in dieser Woche damit eher eine Frage des Abos als des Personals.
Den 7. Bundesliga-Spieltag vom 23. bis 25. Oktober zeigt Sky Sport. Zum Auftakt am Freitag begrüßen Moderatorin Katharina Kleinfeldt und Experte Shkodran Mustafi ab 19.30 Uhr zu VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach, Frank Buschmann und Florian Schmidt-Sommerfeld kommentieren. Am Samstagnachmittag trifft der 1. FC Köln auf den FC Schalke 04, der Newsletter spricht von einem „brisanten Duell“; Jonas Friedrich begleitet das Spiel, Simon Terodde ist Experte. Am Abend moderiert Laura Wontorra, 37, in Dortmund und stimmt ab 17.30 Uhr mit Matthäus und Expertin Tabea Kemme auf das Topspiel ein. Alle drei Partien laufen zusätzlich in UHD.
Zwei Tage vorher, am 22. Oktober, steht der Europapokal an. Beim Spiel in Monaco moderiert Laura Papendick, Matthäus arbeitet als Experte und Co-Kommentator neben Fuss. Beide Teams sind laut RTL siegreich in die Europacup-Saison gestartet und stehen auch in ihren Ligen auf den vorderen Plätzen. Auf RTL+ melden sich Moderatorin Jana Wosnitza und Experte Felix Kroos ab 18.20 Uhr aus dem griechischen Iraklion, wo Bayer 04 Leverkusen um 18.45 Uhr bei OFI Kreta antritt. Danach empfängt die TSG 1899 Hoffenheim um 21 Uhr den siebenmaligen französischen Meister Olympique Lyon, Übertragungsbeginn 20.45 Uhr.
Insgesamt kündigt RTL+ bis zu zehn Spiele aus Europa League und Conference League an, als Einzelspiele und Konferenzen zu den Anstoßzeiten 18.45 Uhr und 21 Uhr. Sky Sport nennt dieselbe Zahl: bis zu zehn Partien pro Spieltag, Beginn am 22. Oktober um 18 Uhr mit Moderator Michael Ganhör. Die Auswahl könne sich von der bei RTL unterscheiden, heißt es, „in der Regel“ zeige aber auch Sky die Spiele der deutschen Vereine. Wer beide Abos hat, bekommt Leverkusen und Hoffenheim also wohl doppelt angeboten.
Am Samstag, 24. Oktober, wechselt auch Kroos den Sender. Bei Nitro begrüßt er mit Moderator Yannick Erkenbrecher die Zuschauer aus dem Max-Morlock-Stadion, wo der 1. FC Nürnberg im Topspiel des 9. Zweitliga-Spieltags den 1. FC Kaiserslautern empfängt; beide Klubs teilen sich nach Senderangaben 13 deutsche Meisterschaften. Der Club ist zu Hause noch ungeschlagen, die Roten Teufel liegen in Reichweite der Aufstiegsplätze. Nitro sendet ab 20.15 Uhr, Sky Sport überträgt in Kooperation schon ab 20 Uhr, mit Reporterin Nele Ocik am Spielfeldrand und Kommentator Marco Hagemann.
Der Samstag wird damit zum Marathon über drei Plattformen derselben Gruppe. RTL+ zeigt ab 13.20 Uhr Aston Villa gegen Manchester City vom 8. Spieltag der Premier League, den Spieltag hat auch Sky Sport im Programm. Danach folgen Köln gegen Schalke am Nachmittag, Dortmund ab 17.30 Uhr und Nürnberg ab 20 Uhr.
Für die Bündelung spricht ja einiges. Ein Topspiel bekommt das Personal, das die Gruppe offenbar für ihr bestes hält, egal welches Logo in der Ecke steht. Beim Zweitliga-Topspiel teilen sich Nitro und Sky die Übertragung sogar ausdrücklich, und wer nur einen der Sender empfängt, verpasst keine der bekannten Stimmen.
Nur trägt das Argument bloß so weit, wie der Fan wirklich nur einen Sender hat. Wer für Sky zahlt und am Donnerstag RTL einschaltet, hört in Monaco denselben Experten und denselben Kommentator wie am Samstag in Dortmund. Was das Bezahlabo vom Free-TV unterscheiden soll, ist im Bild schwer zu erkennen: Seit Juni verkauft dieselbe Gruppe beides.