Gehirnerschütterungen: Experte kritisiert die FIFA
Der Neurowissenschafler sieht die Spieler durch die schnellen Checks auf dem Spielfeld "einem Risiko ausgesetzt".
Der Neurowissenschaftler Chris Nowinski hat die FIFA nach einem Vorfall im WM-Spiel von Hauptgastgeber USA scharf für ihr Protokoll bei möglichen Gehirnerschütterungen kritisiert. Dass der Weltverband Tests direkt auf dem Spielfeld zulasse, führe dazu, dass die Spieler "einem Risiko ausgesetzt sind und keine optimalen medizinischen Diagnosen erhalten", erklärte der Experte gegenüber The Athletic.
Was war passiert? Im zweiten Gruppenspiel der USA gegen Australien (2:0) waren US-Verteidiger Alex Freeman und der Australier Paul Okon in der 38. Minute mit den Köpfen zusammengestoßen, Freeman wirkte daraufhin sichtbar benommen. Nach einem kurzen Check durch das medizinische Team auf dem Spielfeld durfte er aber weitermachen und traf wenig später zum 2:0 für die USA.
Nowinski, Mitbegründer des CTE-Zentrums der Boston University und Geschäftsführer der Concussion & CTE Foundation, setzt sich für die Idee der vorübergehenden Auswechslung ein, damit umfassendere Untersuchungen am verletzten Profi vorgenommen werden können. Die FIFA erlaubt in ihren durch das IFAB bestimmten Regeln derzeit nur eine (klassische) zusätzliche Auswechslung, wenn bei einem Spieler der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung besteht.
So bleibe jedoch das Problem, "dass Ärzte gezwungen sind, auf dem Spielfeld überstürzte Untersuchungen bei Gehirnerschütterungen durchzuführen", sagte Nowinski.