Rekordherbst in Dortmund: Das Fußballmuseum zieht wie nie

20.518 Gäste in gut zwei Ferienwochen, Tagesrekord im August: Am Königswall wird aus einer Ausstellung ein Standortfaktor mit Anspruch.

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Außenansicht des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund mit Fahnen, Vorplatz und Besuchern, Fassadenschrift „Herzlich willkommen“ im Bild, hohe Auflösung
Foto: DFM

20.518 Besucherinnen und Besucher in gut zwei Wochen: So voll war das Deutsche Fußballmuseum in den NRW-Herbstferien noch nie. Zwischen dem 17. Oktober und dem 1. November kamen sie ins Ausstellungshaus am Dortmunder Königswall, und der Bestwert steht ja nicht allein. Schon im August hatte das Museum mit 3.041 Gästen im regulären Tagesbetrieb einen neuen Tagesrekord aufgestellt und diesen Wert damit im dritten Jahr in Folge überboten.

Dahinter steckt mehr als eine gute Ferienbilanz: Das Haus ist längst kein Abstecher mehr für Fans, die ohnehin in Dortmund sind, sondern ein Ziel, für das man anreist. Im vergangenen Jahr kamen erstmals über 300.000 Besucherinnen und Besucher. Mehr als 40 Prozent stammen aus Einzugsgebieten außerhalb von NRW, mehr als zehn Prozent davon kommen aus dem Ausland, zuletzt aus 124 verschiedenen Ländern. Nach eigener Darstellung zählt das Museum damit zu den meistfrequentierten Kultur- und Freizeiteinrichtungen in Nordrhein-Westfalen.

Den Schub liefert neben der Dauerausstellung die aktuelle Sonderschau „SUPERHEROES. Jamal Musiala. Florian Wirtz. The Immersive Experience“. Rund 40.000 Gäste zählte sie allein im ersten Halbjahr seit ihrer Eröffnung. Das Museum schreibt, sie knüpfe „nahtlos“ an die bisher erfolgreichste Sonderschau „NETZER – DIE SIEBZIGERJAHRE“ an. Bemerkenswert ist die Wortwahl schon: Anknüpfen heißt nicht übertreffen, und eine Vergleichszahl für die Netzer-Schau nennt die Mitteilung nicht.

Museumsdirektor Manuel Neukirchner liest die Bilanz natürlich als Bestätigung:

„Die Konzepte haben sich bewährt. Mit den Besucherzahlen und den medialen Reichweiten, die das Haus immer wieder für Dortmund generiert, ist das Deutsche Fußballmuseum ein Standortfaktor für die Stadt und die Region. Damit geht die Verpflichtung einher, weiterhin mit innovativen Ausstellungsideen zu überraschen und zugleich ein Forum nicht nur für Fußballdebatten, sondern auch für gesellschaftliche Fragen unserer Zeit zu gestalten.“

Das ist mehr als Jubel über volle Säle. Neukirchner spricht Stadt und Region direkt an, wenn er das Haus einen Standortfaktor nennt, und rechnet die medialen Reichweiten gleich mit ein. Eine Rekordmeldung zum Ende der Herbstferien ist damit auch ein Argument in eigener Sache: Wer Dortmund Besucher und Aufmerksamkeit bringt, will, dass Dortmund das weiß. Sämtliche Zahlen stammen dabei vom Museum selbst.

Ein Rekord „in den NRW-Herbstferien“ ist allerdings eine eng gezogene Kategorie. Ferien sind für ein Museum ohnehin Hochsaison, und volle Wochen im Oktober sagen wenig über einen grauen Dienstag im Februar. Wer Bestwerte fein genug zuschneidet, findet fast in jedem Jahr einen.

Nur trägt diese Lesart beim Rest der Zahlen nicht. Der Tagesrekord fiel im August im regulären Betrieb, zum dritten Mal in drei Jahren, und die Marke von 300.000 Gästen im Jahr wurde erstmals im vergangenen Jahr geknackt. Das ist keine Ferienspitze, das ist eine Kurve, die seit Jahren nach oben zeigt.

Den Maßstab für die kommenden Jahre hat Neukirchner selbst gesetzt: innovative Ausstellungsideen, dazu ein Forum für Fußballdebatten und gesellschaftliche Fragen. Das ist halt die Kehrseite einer solchen Serie. Am Königswall steht der härteste Gegner des Fußballmuseums längst in der eigenen Statistik: der letzte Rekord.