Fortuna Düsseldorf: Vom All-in zum Absturz in die Drittklassigkeit

Drei Trainer, ein Versprechen und am Ende ein 0:3 in Fürth: Der Klub geht den umgekehrten Weg, zwei Jahre nach der knapp verpassten Bundesliga.

Teilen
Fortuna Düsseldorf: Vom All-in zum Absturz in die Drittklassigkeit
IMAGO/Beautiful Sports International

Es war als großer Wurf gedacht, am Ende ist es ein freier Fall: Fortuna Düsseldorf muss nach 17 Jahren zurück in die Drittklassigkeit. Am 34. Spieltag verloren die Rheinländer beim direkten Verfolger Greuther Fürth mit 0:3 und wurden vom rettenden Platz 15 noch auf Rang 17 durchgereicht. Drei Tore in einer Halbzeit reichten den Franken, um an der Fortuna vorbeizuziehen. Felix Klaus, viereinhalb Jahre lang selbst Düsseldorfer, traf schon in der zweiten Minute, ehe Elias Egouli ein Eigentor unterlief und Noel Futkeu in der 36. Minute auf 3:0 stellte.

Wer die Saison von vorn aufrollt, landet zwangsläufig bei Daniel Thioune. „All-in" wolle man gehen, hatte der Trainer im Sommer als Devise ausgegeben, und das war kein Marketing-Begriff, sondern ein Versprechen an einen Klub, der zwei Jahre zuvor in der Relegation am VfL Bochum dramatisch am Aufstieg in die 1. Bundesliga gescheitert war. Aus dem Aufstiegskandidaten wurde im Verlauf der Spielzeit ein Tabellenkeller-Bewohner. Im Oktober trennte sich der Verein vom beliebten Coach. Unter Markus Anfang stürzte die Fortuna tiefer, im April kam Alexander Ende, der dritte Chefcoach der Saison – auch er brachte keinen Turnaround mehr.

Wie sehr dieser Saison die Statik fehlte, zeigte sich noch einmal in Fürth in beklemmender Deutlichkeit. Ende hatte vor dem Spiel gesagt: „Wir wollen den Klassenerhalt schaffen und haben jetzt die Chance, diesen aus eigener Kraft zu erreichen. In dieser Konstellation ist es für mich sicherlich das bedeutendste Spiel meiner bisherigen Trainerlaufbahn." Kaum hatte er auf der Bank Platz genommen, lag sein Team hinten, weil die Hintermannschaft die Gastgeber gewähren ließ. Beim 0:1 wie bei den weiteren Gegentreffern vor der Pause war Routinier Klaus direkt beteiligt. Cedric Itten, der gelbgesperrte Torjäger, fehlte – und mit ihm jede ernsthafte Drohung nach vorn.

Bemerkenswert ist, wie der Schlussakt das ganze Saisonbild verdichtet. Eine Mannschaft, die mit den höchstmöglichen Ambitionen gestartet war, präsentierte sich am 34. Spieltag, so muss man es nüchtern sagen, auf ganzer Linie wie ein Absteiger. Selbst eine kleine Pointe der Schlussphase passt ins Muster: Futkeu, der in der kommenden Saison für Bundesligist Eintracht Frankfurt spielt, hätte in der 73. Minute beinahe sein eigenes Team aus eigener Kraft gerettet, stand aber hauchzart im Abseits. So entschied am Ende kein heroischer Moment, sondern die simple Tabellenarithmetik gegen die Fortuna.

Es bleibt eine bittere Bilanz für einen Klub, der vor zwei Jahren noch zwei Spiele von der Bundesliga entfernt war und nun den umgekehrten Weg geht. Drei Trainer in einer Saison sind selten Ausdruck eines Plans, sondern fast immer Symptom dafür, dass keiner mehr funktioniert. „All-in" zu gehen heißt im Pokerspiel, alles oder nichts zu setzen. Düsseldorf hat verloren – und steht nun vor einem Wiederaufbau in der 3. Liga, von dem niemand seriös sagen kann, wie lange er dauert.