Ex-Richter Lorenz: "Fall Balogun" ein "fatales Signal"

Der frühere Vorsitzende des DFB-Sportgerichts hält das Vorgehen für einen "Skandal" und fürchtet weitreichende Folgen.

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Ex-Richter Lorenz: "Fall Balogun" ein "fatales Signal"
Foto: © picture-alliance/dpa/SID/Arne Dedert

Der frühere Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz, hat mit Entsetzen auf den "Fall Balogun" reagiert und fürchtet weitreichende Folgen für die Fußball-Justiz. "Bei diesem Foul - auch wenn sicher keine Verletzungsabsicht dabei war - nur ein Spiel Sperre zu geben, ist ein Geschenk. Dies nun auszusetzen, ist ein Skandal. Das ist ein fatales Signal für die Sportgerichtsbarkeit in aller Welt", sagte der Jurist dem kicker: "Jeder gesperrte Spieler und sein Verein werden sich in Zukunft auf diese Entscheidung berufen. Es wird größter Anstrengungen bedürfen, um diese Entwicklung einzufangen."

Nach Ansicht von Lorenz verstößt der Weltverband mit seinem Vorgehen gegen seine eigenen Regeln, die er in der Vergangenheit massiv durchgesetzt hat. "Die FIFA droht allen Verbänden seit Jahrzehnten mit Sanktionen, sollten sie das Prinzip der Mindestsperre von einem Spiel missachten", äußerte der Ex-Richter: "In der Bundesliga hätte Balogun wohl drei Spiele bekommen wegen rohen Spiels, dann hätte man über eine Reduzierung auf zwei diskutieren können. Aber so ist das nun wirklich skandalös."

Am Sonntag hatte die FIFA die Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun aus dem WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) zur Bewährung ausgesetzt. Balogun ist damit im Achtelfinale der USA gegen Belgien (Dienstag, 2.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) spielberechtigt. Laut der Nachrichtenagentur AFP, der New York Times und des Guardian rief US-Präsident Donald Trump persönlich bei FIFA-Boss Gianni Infantino an, um ihn um eine Überprüfung der Roten Karte zu bitten.