Das Stuttgart-Modell: Wie ein Mittelklasse-Klub vier WM-Starter produzierte
Der Schlüssel zur Antwort trägt einen bekannten Namen, allerdings nicht den, den man zunächst erwartet
Mit Alexander Nübel, Angelo Stiller, Jamie Leweling und Deniz Undav schickt der VfB Stuttgart vier Spieler zur WM 2026 nach Nordamerika, mehr als Dortmund, mehr als Leverkusen, nur übertroffen vom FC Bayern. Ein Klub, der vor knapp drei Jahren noch in der Abstiegszone feststeckte, beliefert heute den Nationaltrainer wie eine Großmacht. Das ist kein Zufall; das ist ein Modell.
Der Architekt: Sebastian Hoeneß
Der Schlüssel zur Antwort trägt einen bekannten Namen, allerdings nicht den, den man zunächst erwartet. Sebastian Hoeneß, Sohn von Dieter Hoeneß und Neffe von Uli Hoeneß, übernahm den VfB im April 2023 in einer akuten Notsituation. Der Klub stand auf dem letzten Tabellenplatz der Bundesliga. Was folgte, gehört zu den bemerkenswertesten Wendepunkten der jüngeren deutschen Vereinsgeschichte.
Hoeneß ist kein Trainer, der mit ständigen Systemwechseln Aufmerksamkeit sucht. Seine Stärke liegt in der individuellen Spielerentwicklung und einem klaren Spielverständnis, das auf kontrolliertem Spielaufbau, intelligentem Positionsspiel und aggressivem Pressing nach Ballverlust basiert. Ob im 4-2-3-1 oder 4-4-2, die Grundordnung dient dabei als stabiles Gerüst, das den Spielern klare Rollen und das nötige Vertrauen vermittelt. Genau diese Mischung aus Struktur und Entwicklung macht den Unterschied.
Dirigenten wie Real Madrids Carlo Ancelotti, der Stuttgart in der Champions-League-Saison 2024/25 als Gegner hatte, brachten ihre Wertschätzung offen zum Ausdruck. Was sich in Stuttgart unter Hoeneß aufgebaut hat, ist nicht zufällig entstanden, es ist das Ergebnis einer kohärenten Philosophie.
Auch aus Sicht der Fans ist die Entwicklung bemerkenswert. Noch vor wenigen Jahren kämpfte der VfB gegen den Abstieg, heute reisen vier Stuttgarter Spieler mit der deutschen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft. Für viele Anhänger ist die Nominierung von Nübel, Stiller, Leweling und Undav weniger eine Überraschung als die Bestätigung einer Entwicklung, die sie Woche für Woche verfolgt haben. Sie sahen, wie Spieler unter Hoeneß Verantwortung übernahmen, sich kontinuierlich verbesserten und schließlich zu Nationalspielern wurden.
Dieses Interesse an Entwicklungen hinter den Schlagzeilen zeigt sich auch im digitalen Umfeld des Sports. Fans informieren sich heute über zahlreiche Quellen, vergleichen Informationen und legen Wert auf Transparenz. Das gilt nicht nur für Vereins- und Transferanalysen, sondern auch für Online-Wett- und Casino-Plattformen, bei denen Nutzer Faktoren wie Lizenzierung, Zahlungsmethoden und die Reputation eines Anbieters prüfen. Vergleichsportale wie CasinoBernie werden häufig genutzt, um diese Informationen übersichtlich gegenüberzustellen.
Deniz Undav: Der Fall des verkannten Stürmers
Kaum eine Geschichte illustriert das Stuttgarter Modell treffender als jene von Deniz Undav. Der Stürmer kam 2023 als Leihspieler aus Brighton, wo er kaum Spielzeit bekam, und fand in Stuttgart ein System, das seine Qualitäten in Laufwegen, Abschluss und Pressing gezielt entfaltete.
Das Ergebnis der Saison 2025/26 spricht für sich: 19 Bundesliga-Tore, nur von Harry Kane übertroffen. Alle 19 Treffer erzielte er ohne Elfmeter. Dazu kamen sechs Torvorlagen und insgesamt 25 Torbeteiligungen in allen Wettbewerben.
Undav war damit nicht nur der treffsicherste deutsche Nationalspieler der Liga, sondern auch der Spieler mit den meisten Torbeteiligungen im gesamten WM-Kader von seinem Verein aus. Nagelsmann brachte es knapp auf den Punkt: Einen Stürmer dieser Qualität lässt man nicht zu Hause.
Angelo Stiller und die Ironie der Bayern-Akademie
Angelo Stiller verbrachte neun Jahre in der Nachwuchsabteilung des FC Bayern München, und wurde dennoch nicht übernommen. Was wie ein Rückschlag wirkte, wurde zum Ausgangspunkt einer Entwicklung, die ihn 2026 zum Stammspieler der Nationalmannschaft machte.
Über TSG Hoffenheim kam der defensive Mittelfeldspieler im Sommer 2023 nach Stuttgart — und wurde unter Hoeneß zum tragenden Element des Spielaufbaus. Technisch sicher, taktisch gereift, mit der Fähigkeit, unter Druck präzise Diagonalpässe und vertikale Verlagerungen zu spielen, verkörpert Stiller exakt den Mittelfeldtyp, den der deutsche Fußball benötigt. Sein Man-of-the-Match-Auftritt im DFB-Pokalfinale 2025 gegen Arminia Bielefeld markierte den endgültigen Durchbruch.
Dass Nagelsmann ihn zunächst nicht in seinen März-Kader berief und öffentlich sagte, Aleksandar Pavlović sei derzeit „einen Tick besser", machte die anschließende Nominierung umso aussagekräftiger. Als Pavlović und Felix Nmecha verletzt ausfielen, startete Stiller im 4:3 gegen die Schweiz und überzeugte auf ganzer Linie.
Jamie Leweling und Alexander Nübel: Zwei weitere Karrieren, die Stuttgart rettete
Jamie Leweling, über Greuther Fürth und Union Berlin zum VfB gereift, steht exemplarisch für Stuttgarts Gespür für verkanntes Potenzial. Der Flügelspieler mit deutschen und ghanaischen Wurzeln debütierte für die Nationalmannschaft mit einem Treffer gegen die Niederlande, lieferte in der Saison 2025/26 sieben Tore und neun Vorlagen und verlängerte seinen Vertrag bereits bis 2029. Zahlen, die ihn im Kampf um einen WM-Startplatz in direkte Konkurrenz zu Leroy Sané bringen.
Alexander Nübel wiederum war bei Bayern München als Nachfolger Manuel Neuers verpflichtet worden, und fand sich jahrelang auf der Ersatzbank wieder. Stuttgart bot ihm die Bühne, die ihm in München verwehrt blieb. Über drei Jahre, 129 Pflichtspiele und drei aufeinanderfolgende Europacup-Saisons entwickelte sich Nübel zu einem der besten spielaufbauenden Torhüter der Liga. Das reichte schließlich für die WM-Nominierung als dritter Torhüter im deutschen Kader.