Boykott keine Option: Völler freut sich auf die WM
Den Boykott der Olympischen Spiele 1980 bezeichnet der DFB-Sportdirektor als "Riesenfehler".
DFB-Sportdirektor Rudi Völler verspürt trotz aller Nebengeräusche eine große Vorfreude auf die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada. "Natürlich gibt es geopolitische Probleme in der Welt, die uns allen nicht gefallen. Es gibt immer die Hoffnung, dass sich die politische Lage normalisiert. Aber das ist aktuell leider nicht die Realität und das muss man trennen können. Ich freue mich auf diese WM", sagte Völler im Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Von einem Boykott des Turniers (11. Juni bis 19. Juli) hält der Weltmeister von 1990 nichts. "Die Menschen können auch mal abgelenkt werden von den täglichen Sorgen. Am Ende geht es um Fußball. Deshalb halte ich auch von der ganzen Boykott-Diskussion nichts. Die WM wird stattfinden. Wir sollten das Beste daraus machen und versuchen, uns auf den Fußball zu fokussieren. Und ich freue mich total darauf", sagte Völler und ergänzte: "Ich finde heute noch, dass es ein Riesenfehler war, dass die USA, die BRD und viele westliche Staaten die Olympischen Spiele 1980 in Moskau boykottierte haben. Du hilfst niemandem und schadest nur den Sportlern. Das ist der falsche Ansatz."
Völler betonte nochmals, dass "kein Spieler einen Maulkorb" erhalte: "Jeder kann sagen, was er für richtig hält, aber bitte zum richtigen Zeitpunkt. Nicht so wie in Katar. Was da abgelaufen ist vor dem Japan-Spiel mit der Thematik um die Binde, war schlicht falsch und überflüssig."