Beccacece befreit: Ecuadors Coach zeigt es den Kritikern

Er stand unter Druck - und er lieferte. Ecuadors Trainer rettet die WM-Hoffnungen eines ganzen Landes. Und zugleich seinen Job.

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Beccacece befreit: Ecuadors Coach zeigt es den Kritikern
Foto: © AFP/SID/PEDRO UGARTE

Von Sebástian Beccacece fiel der Druck eines ganzen Landes ab. Nach der überlebenswichtigen Überraschung gegen Deutschland stürmte Ecuadors Trainer zu den Rängen und hüpfte all jenen in die Arme, die ihm am verbundensten sind. Den Sieg, der die Südamerikaner als Gruppendritter in die K.o.-Runde brachte und ihm vorerst den Job rettete, genoss er mit seinen Liebsten.

Sein Team habe gegen die DFB-Auswahl (2:1) "wohl unseren größten Sieg in der Geschichte der Weltmeisterschaften errungen". Heute, jubelte Beccacece, sei Ecuador "etwas Großes gelungen. Wir haben eine Fußballgroßmacht in einem historischen Spiel besiegt."

Es waren Aussagen, die sich wohl auch an seine Kritiker richteten. Am Tag vor der Partie hatte der argentinische Coach noch zu einem Rundumschlag ausgeholt. Er gab zu, nie die Herzen der ecuadorianischen Fans erreicht zu haben. Die Wahrnehmung seiner Arbeit, klagte er zugleich, sei auch "durch politische Strömungen und durch gewisse mediale Sektoren beeinflusst und gelenkt" worden.

Nun lud der 45-Jährige "ganz Ecuador dazu ein, vereint zu sein". Er wolle sich bei denen entschuldigen, "zu denen ich noch keinen Zugang gefunden habe. Die Wahrheit ist, dass ich Ecuadors Volk zutiefst dankbar bin", sagte Beccacece, der versicherte, "mit keinem Journalisten in Konfrontation" gehen zu wollen.

Gegen Deutschland überzeugte Ecuadors Team um die ehemaligen Bundesliga-Profis Piero Hincapié und Willian Pacho erstmals. Nach den Enttäuschungen gegen die Elfenbeinküste (0:1) und Curacao (0:0) habe man sich nicht "wie in der Hölle gefühlt", sagte Beccacece, "und jetzt fühlen wir uns auch nicht wie im Himmel. Wir sind auf der Erde."

Er lobte seine "26 Krieger" und gab mutig das Viertelfinale als Wunschziel für das weitere Turnier aus. "Ich weiß nicht, wozu diese Mannschaft am Ende fähig ist. Was ich weiß, ist, dass wir jedes Spiel so bestreiten, als wäre es unser letztes", versprach er.