Jürgen Klopps Doppelkader: Die Fans setzen ihm eine Frist

Nach dem 2:0 gegen Serbien springt die Schulnote von 3,3 auf 2,0. Das Experiment tragen die Befragten mit – nur nicht mehr lange.

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Nations League, Gruppe A, 3. Spieltag, Deutschland vs. Serbien am 01.10.2026 in der Allianz Arena in München Jürgen Klopp (Deutschland) Florian Wirtz (Deutschland) *** Nations League, Group
Foto: IMAGO/Kirchner-Media

Nach dem 0:1 im Hinspiel gegen Griechenland hatten die Fans der Nationalmannschaft im Schnitt die Note 3,3 vergeben, nach dem 2:0 gegen Serbien in München steht im Zeugnis eine 2,0. Das zeigt die neue Erhebung des Bundesliga-Barometers unter 4.926 Befragten vom 2. Oktober. Am stärksten springt das Mittelfeld, von 3,92 auf 1,93. Der Angriff, gegen die Griechen mit 4,19 noch der schwächste Mannschaftsteil, kommt jetzt auf 2,37.

Bundestrainer Jürgen Klopps zweiter Kader hat also geliefert, und die Fans honorieren das. Den Ansatz dahinter, in der Startphase der Nations League zwei unterschiedliche Kader einzusetzen, tragen sie aber nur noch auf Zeit mit. Lediglich 15,2 Prozent wollen, dass Klopp auf jeden Fall daran festhält. 45,7 Prozent wollen den Doppelkader nur noch in dieser Nations-League-Phase sehen, 39,1 Prozent wollen schnell eine feste Stammelf. Zusammen sind das 84,8 Prozent, die dem Experiment ein Ende setzen – spätestens nach dieser Phase.

Dabei finden die Befragten die Idee ja gut. 67,3 Prozent sehen im Doppelkader eine Chance für junge und neue Spieler, 62,9 Prozent halten ihn für richtig, weil ein neuer Bundestrainer seine Spieler erst kennenlernen muss. Fast jeder Zweite, 49,1 Prozent, nennt die Nations League den richtigen Rahmen zum Ausprobieren, entscheidend sei die EM 2028. Die Kritik bleibt dagegen klein: 16,0 Prozent vermissen Eingespieltheit und feste Abläufe, 15,9 Prozent sehen die Ergebnisse leiden, und nur 11,6 Prozent verlieren durch die Experimente den Reiz an den Länderspielen.

Klopp selbst kommt im Trainerzeugnis auf eine 1,80, nach dem Hinspiel gegen Griechenland waren es 2,90. Seine beste Einzelnote bekommt er für die Motivationsfähigkeit: 1,51. Genau dort war er nach der Niederlage auf 2,74 abgestürzt, nach dem 1:1 zum Auftakt in den Niederlanden hatte er noch bei 1,52 gelegen. Den Kampfgeist der Mannschaft bewerten die Fans mit 1,79, nach 3,26 gegen die Griechen.

Bester Spieler war für 72,4 Prozent der Befragten Tom Bischof, der das 1:0 in der 39. Minute erzielte, Mehrfachnennungen waren möglich. Florian Wirtz folgt mit 68,0 Prozent, Aleksandar Pavlović mit 46,0. Als Führungsspieler sehen die Fans dagegen Wirtz vorn, mit 48,7 Prozent vor Pavlović (44,3) und Bischof (30,1).

Ganz trauen die Fans dem Aufschwung trotzdem nicht. Für das Rückspiel am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) in Thessaloniki tippen 56,0 Prozent auf einen deutschen Sieg, 30,2 Prozent auf ein Unentschieden und 13,8 Prozent auf einen Sieg der Griechen. Klopp muss vorher entscheiden, ob er die Elf vom Serbien-Spiel wieder auseinanderreißt.

Die Fans haben ihm dafür eine klare Ansage mitgegeben: Das Experiment darf weiterlaufen, aber nicht über diese Nations-League-Phase hinaus.