Afrikas WM-Teams überzeugen: "Das zeigt die Qualität"

Neun der 32 Teams im Sechzehntelfinale stammen aus Afrika. Nur Tunesien schied in der Gruppenphase aus.

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Afrikas WM-Teams überzeugen: "Das zeigt die Qualität"
Foto: © AFP/SID/JUAN MABROMATA

Algeriens WM-Star Riyad Mahrez sieht die erfolgreichen afrikanischen Mannschaften als würdige Botschafter eines sportlich oft belächelten Kontinents. "Das zeigt die Qualität des afrikanischen Fußballs. Wenn man sieht, dass neun von zehn Teams in die nächste Runde des größten Turniers einziehen, sagt das eine Menge", betonte der 35-Jährige, dessen Algerier sich ebenfalls für die K.o.-Runde qualifiziert haben. Nur Tunesien schied aus.

Zuletzt war der frühere Weltmeister und heutige TV-Experte Bastian Schweinsteiger für seine pauschalen Äußerungen über den afrikanischen Fußball in die Kritik geraten. Als "ein bisschen unorthodox", "ein bisschen wild" und "vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt" hatte er diesen Spielstil bezeichnet, was man nach Einschätzung des ivorischen Trainers Emerse Faé "rassistisch nennen" könne. Schweinsteiger wies das zurück, es sei eine "Fußballanalyse" gewesen und kein Urteil über Menschen. "Auf keinen Fall wollte ich jemandem zu nahe treten", sagte er.

So oder so: Die afrikanischen Teams sorgen bei der WM für Highlights - und das gilt nicht nur für die Schwergewichte wie Marokko, WM-Vierter von 2022. Für die größte Überraschung sorgte Kap Verde, das sich bei seiner WM-Premiere ein Duell mit Weltmeister Argentinien sicherte. Der Inselstaat mit gut 500.000 Einwohnern trotzte unter anderem Spanien ein Unentschieden ab und ist das kleinste Land der Turniergeschichte in der K.-o.-Phase.

Darin sind neben den neun Afrikanern 13 europäische Teams vertreten, dazu fünf aus Südamerika und die drei Gastgeber-Nationen sowie Japan und Australien. "Ist dies das Turnier der afrikanischen Teams? Wir werden es herausfinden", sagte Schwedens Ikone Zlatan Ibrahimovic.

Trainer Sebastien Desabre, der die Demokratische Republik Kongo in die nächste Runde geführt hat, ist vom guten Abschneiden nicht überrascht: "Ich arbeite jetzt seit 15 Jahren auf dem afrikanischen Kontinent. Ich sehe, dass die Verbände besser organisiert werden, die Trainer sich verbessern und die Spieler besser werden - Afrika macht kontinuierlich Fortschritte."

Die Aufstockung auf 48 Teams, durch die Afrika deutlich mehr Startplätze erhielt, scheint sich sportlich auszuzahlen. Selbst Favoriten wie Spanien, England, Portugal und Brasilien blieben gegen afrikanische Gegner sieglos. Vor allem Marokko träumt vom ganz großen Coup. "Wir müssen an dieses Ziel glauben, an dieses Vorhaben", sagte Trainer Mohamed Ouahbi.