Witzel: Trainer-Experiment mit Wagner noch nicht gelungen

Der Podcast-Host mahnt Sportdirektor Kessler, nicht aus Liebe zur eigenen Idee zu lange am Trainer festzuhalten.

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Julian Witzel im Fever Pit'ch Podcast
Foto: Fever Pit'ch

Julian Witzel, Host des Podcasts FC-Thekenphilosophen, hält das Trainer-Experiment mit René Wagner beim 1. FC Köln bislang für nicht gelungen und warnt Sportdirektor Thomas Kessler davor, zu lange an ihm festzuhalten. Das sagte Witzel im Fever Pit'ch Podcast.

„Stand jetzt würde ich sagen: Das Trainer-Experiment Wagner ist bisher auch noch nicht gelungen“, sagte Witzel.

Kontinuität wünscht er sich dennoch. Er wolle durchgehenden Erfolg, und der könne auch mit Wagner gelingen, sagte Witzel. Seine Sorge gilt dem Umgang damit, wenn der Erfolg ausbleibt. Er hoffe, dass „nicht zu lang an ihm festgehalten wird“ – aus einer Bindung, die Witzel Nibelungentreue nennt, „vielleicht von Thomas Kesslers Seite aus, weil man sich zu sehr in die eigene Idee verliebt hat“. Die Warnung richtet sich damit weniger gegen den Trainer als gegen das Beharren auf einer einmal gefassten Personalentscheidung.

Witzel knüpfte seine Einordnung an die bisherigen Personalentscheidungen Kesslers. Böse gesagt sei die Installierung von Friedhelm Funkel in den letzten beiden Spielen der Zweitliga-Saison bislang die einzig richtige Trainerentscheidung Kesslers gewesen. Kwasniok müsse man als gescheitert einsortieren, wenn er nicht einmal eine Saison bleibe, sagte Witzel. An diesem Maßstab misst er auch die Gegenwart: Für ihn ist Wagner bisher der dritte Name in einer Reihe, die noch keinen dauerhaften Erfolg getragen hat.

Den Anlass lieferte Gastgeber Malte Asmus mit dem Hinweis, Funkel sei ab Januar frei. „Ab Januar ist Friedhelm Funkel frei, dann geht doch alles“, sagte Asmus. Witzel ging darauf nicht als Forderung nach einem Wechsel ein, sondern als Gelegenheit, seine Zweifel an der bisherigen Linie zu ordnen. Die Rückkehr zu einem erfahrenen Trainer wäre für ihn kein Bruch, sondern der Griff zu Bewährtem.

Dass die Lage überraschen kann, räumte Witzel selbst ein. Er hätte niemals für möglich gehalten, dass nach dem Spiel gegen Schalke so ein Pokalspiel gegen Union folge, sagte er. Aus dieser Erfahrung heraus wollte er auch für die Zukunft nichts ausschließen. Zwischen diesem Vorbehalt und seiner Mahnung an Kessler steht die eigentliche Botschaft: Witzel traut Wagner die Wende zu, aber nur so lange, wie der Erfolg sie trägt, nicht die Treue des Sportdirektors zu einer Idee.

Das ganze Gespräch mit Julian Witzel steht im Fever Pit'ch Podcast „Kölns Trainerexperiment: Wagner kann Taktik – aber noch nicht Chef (mit Julian Witzel)“.

Den kompletten Fever Pit'ch Talk gibt's zu sehen unter diesem Link.

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