Wir müssen uns im Verband an unseren Zielen messen lassen

Im Brandenburger Fußball tut sich Erstaunliches. Mit Martin Hagemeister-Kühn (40) tritt ein Kandidat gegen den langjährigen Amtsinhaber an. Gerd Thomas sprach mit ihm.

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Wir müssen uns im Verband an unseren Zielen messen lassen
Martin Hagemeister-Kühn und Julica Norouzi vom Landkreis Ostprignitz-Ruppin stellen die neue Stadionordnung für einen respektvollen Umgang untereinander vor. Foto: privat

Der amtierende Präsident des Fußball-Landesverbands Brandenburg (FLB) Jens Kaden ist stolz auf das Erreichte, wie er im Interview mit dem eigenen Verband darlegt. Den eingeschlagenen Weg will er nicht aus Gewohnheit, sondern aus Verantwortung, mit Ehre, sehender Aufgabe und fester Überzeugung fortsetzen. Sein Herausforderer Martin Hagemeister-Kühn war lange hauptamtlicher Mitarbeiter im FLB. Seit Kurzem ist er akademischer Mitarbeiter im Hochschulsport an der BTU Cottbus-Senftenberg. Er sieht erheblichen Handlungsbedarf, den Verband zu modernisieren.

Herr Hagemeister-Kühn, Sie kandidieren für das Amt des Präsidenten des Fußball-Landesverbandes Brandenburg. Würden Sie sich kurz vorstellen?

Martin Hagemeister-Kühn: Ich bin 40 Jahre alt, verheiratet und habe eine 5-jährige Tochter. Vor meiner jetzigen Stelle an der BTU Cottbus-Senftenberg war ich in verschiedenen Bereichen beim FLB tätig. Mit 16 wurde ich Schiedsrichter, später auch Staffelleiter im damaligen Fußballkreis Spreewald. Im Minijob beim FLB war ich für Schiedsrichter und Spielbetrieb zuständig, später auch für Digitalisierung (DFBnet). 2013 trat ich eine Vollzeitstelle beim Verband an; nebenbei habe ich Sportmanagement studiert. Ich weiß um die Entwicklung des Amateurfußballs in Brandenburg, war bei vielen Vereinsdialogen und habe jede Menge Menschen an der Basis kennengelernt. 2019 wurde ich dann organisatorischer Leiter im Nachwuchsleistungszentrum von Energie Cottbus und hatte dort enge Berührungspunkte mit der Regionalligamannschaft, aber auch mit den stark ehrenamtlichen Bereichen des Vereins. Nach Corona gab es viel Fluktuation bei Energie. Dann kam der Verband mit der Anfrage auf mich zu, dort Abteilungsleiter Qualifizierung zu werden. Ich war zuständig für die Trainerausbildung und das Lizenzwesen - bis Juli 2026. Ich hatte inzwischen kundgetan, für das Präsidentenamt kandidieren zu wollen.

Wie kommt man auf so eine Idee?

Wir hatten im Verband einen Organisationsentwicklungsprozess begonnen. Es gab auch einen Vorstandsbeschluss, diesen fortzuführen. Aber es gab aus meiner Sicht leider kein klares Commitement des Präsidenten, in den nächsten vier Jahren an den erarbeiteten Zielen weiterzuarbeiten. Mir ist wichtig, dass diese Arbeit nicht umsonst war, sondern die Ideen umgesetzt werden.

Welche Ziele hat denn der amtierende Präsident Jens Kaden?

Ich nehme das eher als ein „Weiter so!“ wahr. „Es läuft doch alles, ich will noch vier Jahre machen.“ Ich bin sehr unsicher, ob Veränderungen mit dieser Methode wirklich ins Handeln kommen. Also habe ich mir gesagt: Ich muss selbst Verantwortung übernehmen, wenn die Ergebnisse umgesetzt werden sollen. Schließlich hat mich der Qualifizierungsausschuss vorgeschlagen, über diese Wertschätzung habe ich mich sehr gefreut. Einen ersten Anlauf für einen Prozess der Organisationsentwicklung gab es bereits 2022. Damals kam er aber noch nicht zustande. 2025 haben wir das Thema in einem zweiten Anlauf wieder aufgenommen und den Prozess dann tatsächlich gestartet. Ich habe dabei die AG Strategie geleitet und gemeinsam mit vielen Beteiligten an den Zielen und der zukünftigen Ausrichtung des Verbandes gearbeitet. Die Kernfrage war: Für welche Entscheidung wird unser Verband 2035 bundesweit als Vorbild gesehen? Zu den Ergebnissen gibt es ein Strategiepapier 2035. Es ist bislang jedoch noch nicht veröffentlicht.

Es ist ja zu begrüßen, dass endlich mal ein Wahlkampf stattfindet und die Delegierten die Wahl zwischen immerhin zwei Kandidaten haben. Dennoch die Frage: Was wollen Sie konkret verändern?

Im Qualifizierungsausschuss habe ich mit meinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern viele Veränderungen vorangetrieben, gerade in Sachen Digitalisierung. Verbände müssen moderner werden und Entscheidungen für die Zukunft treffen. Drei Säulen stehen im Mittelpunkt.

1. Der Kulturwandel: Wir müssen uns künftig an unseren Zielen messen lassen. Das heißt auch, in einen engeren Austausch mit den Vereinen zu kommen, und zwar auf Augenhöhe. Da kann es auch mal einen Dissens geben, aber das Ziel ist immer das Fortkommen des Verbandes. Das muss man vorleben.

2. Wir müssen den Organisationsprozess weiterführen und mit allen Zielgruppen, insbesondere aber mit den Vereinen, diskutieren, um gemeinsam in die richtige Umsetzung zu kommen.

3. Wir müssen auch intern Bürokratie abbauen! Sie ist viel zu hoch und frisst Zeit, die wir für andere Dinge freischaufeln müssen. Es reicht nicht, digitale Umfragen zu machen. Wir müssen vor Ort mit den Leuten sprechen und die Auswirkungen der Pläne vorab diskutieren. Eine gute Kommunikation ist das A und O.

Geht es etwas konkreter, damit wir eine genaue Vorstellung haben?

Ein konkreter Punkt ist: Wir müssen weg von den reflexhaften Geldstrafen, wenn etwas einmal nicht richtig oder zu spät ausgefüllt wird. Auch die Nichtantritte zum Ende der Saison müssen wir uns genauer ansehen. Bevor es Strafen gibt, sollten wir lieber diskutieren, wie wir den Wettbewerb so gestalten, dass alle sich motiviert fühlen, sportlich-fair zu handeln. Wir müssen die Rolle der Staffelleiter wertschätzen und stärken, die Kollegen aber gleichzeitig für die kommenden Aufgaben qualifizieren - nicht zuletzt im Bereich der Kommunikation mit den Vereinen. Das sehen die Staffelleiter selbst auch so. Aus meiner Erfahrung in der DFB-AG „Basiszertifikat Staffelleiter“, in der ich lange mitgearbeitet habe, kann ich hier einiges einbringen.

Sie beklagen, die abgesprochenen Reformen bzw. Veränderungen wurden nicht durchgeführt. Ich kenne das aus dem Berliner Fußball-Verband, wo wir vor einigen Jahren einen breiten Entwicklungsprozess angeschoben haben, der dann „Future BFV genannt wurde und etwas großspurig den innovativsten Verband Deutschlands propagierte. Mehr als 120 Menschen haben sich in 13 Arbeitsgruppen eingebracht. Leider wurden wesentliche Teile des Prozesses von einigen des damaligen Präsidiums sabotiert. Warum haben langjährige Funktionäre so viel Angst vor Veränderungen?

Das kann ich nicht im Detail beantworten, aber es gibt ein Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann: „Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.“ Vielleicht spielt auch die Sorge vor Fehlern eine Rolle, sodass man lieber alles so lässt, wie es ist. Als Schiri habe ich gelernt, zu Entscheidungen zu stehen. Wir brauchen eine andere Fehlerkultur und müssen uns trauen, auch neue Dinge auszuprobieren. Kritik von außen gibt es fast immer; damit muss man sachlich umgehen und darf sich davon nicht abschrecken lassen. Wir können es uns nicht leisten, auf Veränderungen zu verzichten; dafür ist die Entwicklung auch im Fußball zu schnelllebig. Ein anderes Sprichwort heißt ja: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“

Angenommen, Sie würden gewählt. Was hat speziell der Amateurfußball von Ihnen zu erwarten?

Zuvorderst: einen unkomplizierten direkten Draht. Ich habe viele Jahre in der Brandenburg-Liga gepfiffen und bin herumgekommen, habe viele Leute kennengelernt und weiß also, wie es auf den Plätzen aussieht. Zudem bin ich greifbar und antworte schnell auf Mails oder Anrufe. Es geht außerdem darum, die Vereine an die richtigen Menschen im Verband zu vermitteln, damit sie nicht von einem zum anderen laufen müssen. Vereine sind für mich Partner auf Augenhöhe, deren Impulse wir zulassen müssen. Sie dürfen sich nicht als Bittsteller fühlen. Wir brauchen kurze Wege; Dinge müssen schnell erledigt werden.

Ich möchte für Entlastung sorgen: Welche Bürokratie brauchen wir? Was bringt uns wirklich etwas, und was können wir abschaffen? Auch Fußballverbände können vor technischen Entwicklungen wie der KI nicht weglaufen. Natürlich muss alles datenschutzkonform sein. Ein Beispiel: Wir können über einen digitalen Assistenten alle notwendigen Informationen des FLB bereitstellen; diese können dann rund um die Uhr an die Vereine weitergegeben werden. Das ist heute kein Hexenwerk mehr. Auch Fördermittelplattformen sind denkbar. Ich gebe ein, wo ich eine Subvention für meine Flutlichtanlage finde, und bekomme sofort eine verbindliche Auskunft. Auch beim Finden von Geldern für Hauptamtliche, bei der Gewinnung von FSJ-Stellen und bei vielen weiteren Förderungen kann ein digital gut aufgestellter Verband seinen Vereinen helfen. Wo finden sie Programme oder Stiftungen, die helfen? Das alles sollte natürlich in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund stattfinden.

Stichwort Regionalliga-Reform: DFB-Präsident Bernd Neuendorf will sich an die Spitze der Bewegung stellen und wirbt dafür, die Regionalligen von fünf auf vier zu reduzieren und nach dem sogenannten Kompass-Modell mithilfe der KI zusammenzustellen. Über die Folgen für die Amateure redet außer Christoph Kern vom Bayerischen Fußball-Verband kaum jemand. Dabei wären die gravierend, wenn die zugkräftigen Vereine plötzlich alle beim DFB angesiedelt wären. Wie ist Ihre Einschätzung dazu?

Meister müssen aufsteigen! Auch wenn sie in eine höhere Liga aufsteigen, bleiben die Vereine bei uns im Verband. Wichtig ist für mich: Wir brauchen ein glaubwürdiges Mandat der Brandenburger Vereine für den DFB-Bundestag im Dezember. Dafür muss man vorher miteinander reden und eine Position finden. Das geht nicht mehr top-down, so wie es im Fußball leider noch viel zu häufig passiert. Die Folgen für die Amateurvereine sind natürlich vorhanden. Das lässt sich nicht ignorieren. Ich möchte auf dem DFB-Bundestag ein Mandat vertreten, mit dem am besten alle Brandenburger Vereine leben können. Kompromisse müssen gegebenenfalls gefunden werden. Diesen Prozess muss man moderieren.

Ein anderes unterbelichtetes Feld ist der Kinder- und Jugendfußball, insbesondere der Mädchenbereich. Als ehemaliger organisatorischer Leiter des Nachwuchsleistungszentrums bei Energie Cottbus sind Sie ein ausgewiesener Experte. Warum hat der Jugendfußball eine so geringe Lobby, und wie wollen Sie das ändern?

Das ist doch wirklich erstaunlich, oder? Dabei liegt dort die Zukunft des Fußballs, was ja auch beim DFB viel diskutiert wurde. Ein Problem: Kinder und Jugendliche sitzen naturgemäß nicht mit am Entscheidungstisch. Wir wissen viel zu wenig darüber, was sie umtreibt oder was sie sich wünschen. Wir müssen Formate finden, in denen die Stimme der Jugend gehört wird. Natürlich ist für die Maßnahmen und Entwicklungen vor allem der Jugendausschuss zuständig, aber wir müssen die Positionen und Bedarfe der Mädchen und Jungen in unsere Überlegungen einfließen lassen.

Auch der Frauen- und Mädchenausschuss muss gestärkt werden. Ich sage ganz deutlich: Das ist auch eine Frage des Budgets. Ich will mich dafür einsetzen, Sponsoren und Unternehmen für eine Stärkung zu gewinnen und den Bereich mit ihnen gemeinsam voranzubringen. Wir müssen uns aber auch die aktuellen FLB-Budgetzahlen genau ansehen. Es kann doch nicht sein, dass die Zahl der weiblichen Teams steigt, der Etat für Mädchen und Frauen gleichzeitig sinkt.

Thema Gesellschaftliche Verantwortung. Wo müssen Sie da ran?

Zwei Beispiele: Wir müssen nicht nur Schiedsrichter finden, sondern auch Projekte initiieren, um diese zu schützen. Gerade die Jüngeren brauchen Zeit, sich zu entwickeln, und dürfen nicht permanent verbal oder gar körperlich angegangen werden. Ganz wichtig sind Deeskalationsstrategien, die wir mit Top-Fachkrägen entwickeln könnten. Diese Leute gibt es ja.

Wir müssen auch darauf achten, dass es keine Täter-Opfer-Umkehr gibt. Wenn ein Team das Spielfeld verlässt, weil es das klare Gefühl hat, dass das Spiel nicht gewaltfrei beendet werden kann, kann es für sein vorausschauendes Verhalten nicht auch noch sanktioniert werden. Man muss natürlich immer den Einzelfall sehen, aber wichtig ist, dass niemand zu Schaden kommt. Hier kommt den Sportgerichten ebenfalls eine besondere Rolle zu. Die Entwicklung in Teilen der Gesellschaft ist nicht gut; davor dürfen wir nicht die Augen verschließen. Wir sollten offen dafür sein, auch mit der Justiz zu kooperieren, um von ihr zu lernen.

Auch beim Thema Diskriminierung muss der Verband eine klare Haltung entwickeln. Wir müssen die betreffenden Vereine dabei unterstützen, die Dinge positiv verändern zu können. Die reflexhafte Geldstrafe ist nicht immer die beste Maßnahme; Gespräche und Weiterbildungen können deutlich mehr bewirken. Es geht vor allem darum, an die Ursachen zu kommen, um Fehlverhalten konsequent bekämpfen zu können.

Wir haben in Berlin auch einmal eine Gegenkandidatin aufgestellt, ich selbst war in ihrem Schattenkabinett. Wahrscheinlich war der Leidensdruck der Vereine kleiner als wir gedacht hatten. Am Ende sind wir gescheitert – nicht am amtierenden Präsidium, sondern an den Vereinen, die uns nicht gewählt haben. Mein Eindruck ist: Die meisten Vereinsvorstände meckern gern und ausführlich am Tresen, aber wenn es darum geht, Dinge zu verändern, kneifen sie den Schwanz ein. Was macht Sie zuversichtlich, dass es Ihnen nicht wie uns ergeht?

Die vielen Gespräche, die ich in den letzten Wochen geführt habe. Das waren Vorstände, Unparteiische, Coaches und Aktive. Ich habe Inhalte, mit denen ich mich klar positioniere. Eine ähnlich klare inhaltliche Positionierung nehme ich beim amtierenden Präsidenten bislang weniger wahr. Wäre ich mit der jetzigen Situation im Verband zufrieden, würde ich nicht kandidieren. Schön, dass mich so viele darin bestärken. Gleichzeitig bin ich in den letzten Monaten ca. 15.000 Kilometer durch ganz Brandenburg gefahren. Ich kann morgens in den Spiegel sehen und sagen: Ich habe alles dafür getan, die nötigen Veränderungen einzuleiten. Der große Zuspruch, den ich bekommen habe, macht mich zuversichtlich. Selbst vermeintliche Anhänger des jetzigen Präsidenten konnten meinen Inhalten einiges abgewinnen. Es wäre zudem ein Generationswechsel, den viele meiner Gesprächspartner gut fänden. Die Menschen wünschen sich mehr Präsenz und mehr Offenheit für Innovationen.

Sieht man sich um, sind viele Verbandsfunktionäre Ü60. Die jüngeren Menschen unter 30 sind so gut wie nicht abgebildet. Falls doch, halten sie sich in der Regel sehr zurück. Bei der Berliner Wahl zum Abgeordnetenhaus haben die jungen Leute gerade gezeigt, dass sie mit den etablierten Parteien immer weniger anfangen können. Sehen Sie da Parallelen?

Innovationen sind keine Sache des Alters, sondern der Einstellung. Man muss sich immer wieder hinterfragen. Das fällt etablierten Parteien, aber auch vielen Funktionären nicht immer leicht. Ältere und jüngere Generationen sollten auf Augenhöhe kooperieren - und zwar gleichberechtigt. Man darf in dieser sich schnell entwickelnden Welt nicht stehenbleiben. Sonst kommen wir nicht weiter, da zitiere ich gerne noch einmal Heinemann. Ich selbst bin ja nicht die ganz junge Generation, sondern bringe schon 20 Jahre Erfahrung mit und sehe mich damit in der Mitte zwischen den alten Hasen und der jüngeren Generation. Ich will helfen, auch die ganz Jungen heranzuführen. Ich gebe in meinem neuen Job Kurse für Studierende; das wird mir dabei sicher helfen.

Ich habe vor Jahren gefordert, die Präsidien in den Landesverbänden und beim DFB müssten in einer Art Urwahl gewählt werden. Solche Ideen verabscheut der deutsche Fußballfunktionär natürlich wie der Teufel das Weihwasser. Hat der Fußball ein Demokratieproblem?

Wir haben alle nötigen Voraussetzungen, um es gut zu machen. Aber wenn es darauf ankommt, sind wir manchmal emotional überfordert. Es ist doch gut, wenn die Delegierten des Verbandstages zwischen zwei oder mehr Kandidaten wählen können. Wenn Kritik reflexhaft abgewehrt wird oder kritische Stimmen keinen Raum bekommen, ist das der Sache nicht förderlich. Ich hätte mir gewünscht, dass beide Kandidaten die gleichen Möglichkeiten zur Vorbereitung gehabt hätten. Dafür braucht es ein hohes Maß an Transparenz, das aus meiner Sicht nicht immer gegeben war.

Erklären Sie unserer Leserschaft doch bitte noch, wer Sie bzw. den Amtsinhaber überhaupt wählen darf. Es gibt Delegierte, wenn ich richtig informiert bin. Wer sind die, woher haben sie ihr Mandat?

Brandenburg hat acht Fußballkreise; dort gab es Kreistage. Daraus ergibt sich je nach Größe des jeweiligen Fußballkreises die Zahl der Delegierten; zudem gibt es Ersatzdelegierte. Hinzu kommen der Verbandsvorstand und die ehrenamtlichen Mitglieder der Ausschüsse sowie Vertreter von Energie und Turbine. Insgesamt sind 141 Personen stimmberechtigt. Man muss persönlich vor Ort sein; das Stimmrecht ist nicht übertragbar.

Es gibt ein positives Beispiel aus der Vergangenheit. Silke Sinning hat in Hessen die Wahl gewonnen und sich sogar zweimal beim DFB trotz heftiger Widerstände als Vizepräsidentin durchgesetzt. Frei nach dem Motto: Ich habe keine Chance, also nutze ich sie. Sehen Sie Silke Sinning auch ein wenig als Vorbild?

Ich habe das natürlich verfolgt, sogar live im DFB-TV. Aber das hat nichts mit meiner Entscheidung zu tun. Auch ohne ihren Erfolg hätte ich kandidiert.

Zum Abschluss die Frage: Was macht Sie sicher, dass Sie die Wahl gewinnen?

Natürlich habe ich mich mit den Delegierten für die Wahl beschäftigt, aber ich kann nicht in die Köpfe hineinschauen. Das gilt für beide Kandidaten. Es ist eine geheime Wahl, bei der sich viele mit ihrer Stimmabgabe leichter tun. Es wird ein enges Rennen, bei dem es auch auf die Tagesform und die Dynamik vor Ort ankommen. Ein Wortbeitrag, eine Bemerkung können sich positiv wie negativ auswirken. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich die Mehrheit am Ende mit meinen Inhalten überzeugen kann.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute.