Wie Fans das Spiel mit Fußball-Apps und Simulationen analysieren
Früher zählte nach dem Abpfiff einzig das Ergebnis. In unserer modernen Welt sieht das heute jedoch anders aus. Fans greifen schon im Stadion zum Handy und prüfen die Statistiken. Expected Goals, Passquoten und Laufwege sind jedem Fan heute ein Begriff.
Früher zählte nach dem Abpfiff einzig das Ergebnis. In unserer modernen Welt sieht das heute jedoch anders aus. Fans greifen schon im Stadion zum Handy und prüfen die Statistiken. Expected Goals, Passquoten und Laufwege sind jedem Fan heute ein Begriff. Sie gehören zur normalen Diskussion nach dem Spiel genauso dazu, wie das Ergebnis. Datenapps und Simulationen haben verändert, wie wir den Fußball sehen, verstehen und bewerten.
Daten für alle
Detaillierte Spielanalysen waren früher im Prinzip nur den Profis vorbehalten. Vereine arbeiteten mit Videoanalysten und Datenanbietern. Fans hingegen hatten lediglich Zugriff auf wenige Kern-Analysedaten wie Torschüsse oder den Ballbesitz aus den Einblendungen im Fernsehen. Diese Lücke schließen heute moderne Ergebnis- und Liga-Apps. Sie liefern Heatmaps, Passquoten, Laufwege und vieles mehr in Echtzeit.
Dadurch lassen sich Ereignisse des Spiels mit Fakten untermauern oder auch widerlegen. Gefühlte Eindrücke über den Spielverlauf, Ausgang oder Highlights bekommen ein Gegengewicht und verlieren dadurch auch ein wenig an Bedeutung.
Was bedeuten eigentlich Expected Goals
Kaum ein Wert hat die Fan-Analyse in den letzten Jahren so geprägt wie Expected Goals (erwartete Tore), auch xGoals genannt. Obwohl von vielen als „nichtssagend“ belächelt, hat das Modell doch eine sehr fundierte Datenbasis. Es bewertet jeden Abschluss objektiv danach, wie wahrscheinlich daraus ein Tor entsteht. In die Berechnung fließen unter anderem Distanz und Winkel zum Tor ein, die Zahl der Gegenspieler zwischen Ball und Tor oder auch die Position des Torhüters ein. Ein Elfmeter kommt beispielsweise in der Regel auf einen Wert von etwa 0,77. Wie das Modell im Detail funktioniert, erklärt die Bundesliga in einem ausführlichen Beitrag. Grundlage sind dabei Daten aus rund 40.000 Torschüssen.
Summiert man die Werte eines Spiels, lässt sich gut ablesen, wie viele Tore ein Team aufgrund seiner Chancen hätte erzielen „sollen“. Wenn ein Stürmer mit seiner Anzahl an Toren über Wochen deutlich über seinem xGoals-Wert liegt, bleiben aber trotz der Datenlage immer zwei mögliche Erklärungen: Entweder schließt er außergewöhnlich gut ab, oder er hat einfach eine Glückssträhne. Die Einordnung bleibt am Ende den Fans bzw. dem Trainerstab überlassen.
Simulationen als Taktiklabor
Neben Live-Daten haben auch Simulationen ihren festen Platz bei vielen Fußballfans. In Manager-Spielen lassen sich eigene Kader zusammenstellen, Spielsysteme entwickeln und ausprobieren, wie ein hohes Pressing gegen tief stehende Gegner wirkt. Dabei lässt sich einerseits enorm viel über Taktik lernen und andererseits gehen Begriffe wie „Halbraum“ oder „Gegenpressing“ in den alltäglichen Wortschatz der Fans über.
In den letzten Jahren haben zudem Fantasy-Ligen an Bedeutung gewonnen. Sie gehen aber einen völlig anderen Weg. Hier zählt einzig und allein, wie echte Spieler am Wochenende tatsächlich abschneiden. Wer vorne mitspielen will, muss sich im Detail mit Einsatzzeiten, Formkurven oder dem Spielplan auseinandersetzen. Hier wird trockene Statistik zum festen Bestandteil des Rituals am Matchday.
Zahlen haben ihre Grenzen
Daten sind hilfreich, keine Frage. Doch sie ersetzen das Spielverständnis nicht. Ein xGoal-Wert sagt am Ende des Tages nichts darüber aus, wie ein Spielzug entstanden ist oder warum ein Verteidiger falsch stand. Die Stimmung in der Kabine, eine Verletzung im Abschlusstraining oder eine frühe Rote Karte lassen sind nur einige Beispiele für eine Vielzahl an Ereignissen, die sich praktisch nicht simulieren lassen. Entsprechend bildet jede Simulation den Fußball stark vereinfacht ab.
Ein echtes Spiel hat schlussendlich keine festen Regeln. Die besten Analysen sind daher die, die objektive Daten und Fakten mit Bauchgefühl und tatsächlichen Beobachtungen verbinden.
Analyse vs. Zufall
Auch wenn Fußballanalysen keine sicheren Vorhersagen ermöglichen, helfen sie dabei, Leistungen und Spielverläufe besser einzuordnen. Bei Glücksspielen wie Online-Slots lassen sich einzelne Spielergebnisse dagegen nicht durch taktisches Wissen oder die Analyse früherer Ergebnisse vorhersagen.
Wer Daten versteht, Muster erkennt und Zusammenhänge einordnet, kommt zu besseren Einschätzungen. Wäre das nicht so, hätten Fußballexperten schlussendlich keine Daseinsberechtigung. Im Fußball gibt es zwar ebenfalls zufällige Ereignisse, die sich nicht vorhersagen lassen, aber der Zufall ist nur einer von vielen Faktoren. Beim echten Zufall kann der Ausgang nie auf Basis von Erfahrung oder Statistiken vorhergesagt werden.
Fazit
Datenapps mit Live-Statistiken und Simulationen machen den modernen Fan gleichzeitig zum Analysten – und auch ein bisschen zum Experten. Sie liefern Argumente, schärfen den Blick für die Taktik und machen das Spiel interaktiver. Wer Zahlen kritisch liest und weiß, wo die Analyse endet und Zufall beginnt, kann deutlich tiefer in das Geschehen eintauchen und das Spiel noch besser verstehen.