Was ist El Mala wirklich wert?

Ein 19-Jähriger mit 13 Toren, ein Vertrag bis 2030, keine Klausel – und ein Klub, der aussteigt. Wer hat hier die stärkere Hand?

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Was ist El Mala wirklich wert?
IMAGO/Sven Simon

Einstimmig. Das ist das Wort, das der Rückzug des BVB trägt, wenn man Sky und Bild folgt. Nicht nach zähem Ringen, nicht mit halbem Herzen, sondern geschlossen sollen die Dortmunder Bosse beschlossen haben, den Poker um Said El Mala zu beenden. Ein weiteres Angebot war abgelehnt worden, dann fiel die Entscheidung.

Wer wochenlang nachlegt und am Ende geschlossen die Karten hinwirft, gesteht damit etwas ein: Der Preis war nie verhandelbar, und irgendwann wird das teuerste Talent zum unbezahlbaren. 50 Millionen Euro verlangt der 1. FC Köln für einen Flügelspieler, der genau eine Bundesliga-Saison in den Beinen hat.

Geschäftsführer Thomas Kessler hat die Ausgangslage nüchtern beschrieben. „Said hat einen langfristigen Vertrag und wir haben keinen Grund, den Spieler abzugeben“, sagte er zuletzt. Der Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2030, verlängert erst im Juli 2025, und er enthält keine Ausstiegsklausel. Aus dieser Position lässt sich jeder Preis diktieren, denn Köln muss gar nichts.

Und doch endet Kesslers Satz mit einer offenen Tür. „Wenn etwas kommt, das für den 1. FC Köln in der Größenordnung ist, dass wir uns unterhalten wollen, werden wir das auch tun.“ Diese Größenordnung, das sind die 50 Millionen. Wer so redet, will nicht behalten um jeden Preis, sondern verkaufen zum Höchstpreis. Genau da beginnt das Problem des Verkäufers.

Denn ein Preis ist nur so viel wert, wie ein Käufer ihn zahlt. El Mala hat in seiner Premierensaison 13 Treffer und fünf Vorlagen geliefert und den Sprung in den deutschen WM-Kader nur knapp verpasst. Beeindruckend für einen 19-Jährigen, keine Frage. Aber es ist ein Jahr, kein Nachweis. 13 Tore in einer Saison rechtfertigen keine 50 Millionen, wenn der einzige ernsthafte Interessent den Tisch verlässt.

Dortmund hat mehrfach geboten, mehrfach nachgelegt und trotzdem Nein gesagt. Das ist kein Zögern, das ist ein Urteil über den Markt. Der Vizemeister hätte den Spieler gerne gehabt, aber nicht zu einem Preis, den ein einziges gutes Jahr nicht deckt. Die stärkere Hand hält am Verhandlungstisch nicht der, dem der lange Vertrag gehört, sondern der, der aufstehen kann.

Köln bleibt jetzt mit seiner Forderung allein. Der Vertrag bis 2030 schützt vor dem Zwang zu verkaufen, aber er verkauft niemanden. Ohne Klausel bindet er El Mala, und ohne Käufer bindet er auch die 50 Millionen an ein Preisschild, das keiner einlöst. Wer diktieren will, braucht jemanden, der bezahlt.

Der BVB hat verstanden, dass ein Talent mit einer Saison Vorlauf eine Wette ist, keine Anlage. El Mala kann in drei Jahren 80 Millionen wert sein oder in einer verletzungsreichen Runde die Hälfte. Diese Unsicherheit trägt Köln jetzt selbst, weil es die geschlossene Absage aus Dortmund kassiert hat, statt einen Kompromiss.

Einstimmig steigt der eine aus. Beharrlich bleibt der andere sitzen. Und der Teuerste am Tisch ist am Ende der, den keiner mehr kauft.

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