VfB feiert Sieg mit Schönheitsfehlern
Beim 4:1 gegen den 1. FC Köln überzeugen Torschütze El Khannouss und Torhüter Bredlow. Trainer Hoeneß bemängelt die Schwächephase nach der Pause.
Bilal El Khannouss lächelte. Stolz trug er nach dem 4:1 (1:0) des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln den Kasten aus Plexiglas unter dem Arm, in dem ein kleiner Ball für den "Spieler des Spiels" aufbewahrt wird. Die Auszeichnung war ohne Zweifel verdient. Der marokkanische Nationalspieler, bis zum Transferschluss am vergangenen Dienstag angeblich ein Verkaufskandidat, habe ein "Topspiel" gemacht, lobte Trainer Sebastian Hoeneß: "Er war entscheidend daran beteiligt, dass wir das Spiel gewinnen."
Der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler erzielte gegen zwischenzeitlich starke Kölner auf geradezu geniale Art den erlösenden Führungstreffer (39.) - und hatte auch danach herausragende Szenen. "Komplett rund" sei der Auftritt von El Khannouss gewesen, ergänzte Hoeneß bei Sky, ihm war vor allem wichtig zu erwähnen, dass der Torschütze und Vorbereiter nicht nur mit dem Ball, sondern auch gegen den Ball gut gearbeitet hatte.
So gut El Khannouss vor den Augen von Bundestrainer Jürgen Klopp auch war - zur Wahrheit gehörte auch, dass neben dem Torschützen auch der Torhüter des VfB Stuttgart einen Sahnetag erwischt hatte. Als die Kölner nach der Pause plötzlich eine Viertelstunde lang wie entfesselt aufspielten, verhinderte Fabian Bredlow gegen Ellyes Skhiri (47.) und Neuzugang Mikey Moore (53. und 56.) mit großartigen Paraden den Ausgleichstreffer.
Trotz des deutlichen Sieges musste Hoeneß daher auch eine Mängelliste aufstellen. Die erste Halbzeit, sagte er, "war fast wie aus einem Guss", das einzige, was nicht gepasst hat, war das "Ergebnis" - tatsächlich hätte der VfB nicht nur wegen zwei Lattentreffern deutlich höher führen können. "Dann", ergänzte Hoeneß, "kommen wir raus und es war fast wie abgerissen. Das ist schon eine Phase, die wir aufarbeiten müssen."
Besagte Phase bezeichnete Kölns Trainer René Wagner aus seiner Sicht als "super", "wenn da das 1:1 fällt, stehen wir vielleicht ein bisschen anders da." So aber fiel das 2:0 durch Neuzugang Grischa Prömel (60.) für den VfB zum passenden Zeitpunkt, danach war bei den Kölnern ein wenig die Luft raus - und Stuttgart gnadenlos. Ermedin Demirovic (76.) und Josha Vagnoman (90.+1) legten nach zum überzeugenden Sieg - mit dem Eigentor von Ramon Hendriks (81.) als Schönheitsfleck.