Verbandswechsel: Völler kritisiert "Nationenhopping" im Fußball
Der Sportdirektor des DFB sieht ein Problem - und auch eine Möglichkeit, dieses wenigstens zu lindern.
DFB-Sportdirektor Rudi Völler sieht in der Möglichkeit zum relativ späten Nationenwechsel im internationalen Fußball ein drängendes Problem. "Dieses Nationenhopping ist ganz schlecht und wertet auch die Nationalmannschaften ab", sagte der 66-Jährige im Gespräch mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Es kann nicht sein, dass Spieler sich permanent entscheiden können, für wen sie spielen möchten. Das ist nicht gut."
Überzeugungskunst, so sieht es Völler, sei einer der Schlüssel für diese Wechsel. "Jemanden zu überreden, sich für eine Nation zu entscheiden, empfinde ich als unglücklich", sagte er: "Entweder willst du für dieses Land spielen, weil dein Herz und deine Heimat daran hängen. Oder eben nicht."
Der gebürtige Berliner Ibrahim Maza von Bayer Leverkusen etwa durchlief die deutschen Jugend-Auswahlmannschaften, ein Festspielen ist aber erst in der A-Nationalmannschaft möglich. Maza entschied sich hier für Algerien, die Heimat seines Vaters. Deutschland profitiert allerdings auch von der Möglichkeit zum Wechsel im Seniorenbereich: Prominentestes Beispiel ist Jamal Musiala (Bayern München), der in verschiedenen Altersklassen noch für England aufgelaufen war.
Völler wünscht sich dennoch eine frühere Festlegung durch die jeweiligen Spieler und sieht den Weltverband FIFA gefordert. "Dass du dich so spät wie jetzt entscheiden kannst, ist falsch", sagte er: "Warum gibt es nicht eine einfache Regelung, sich spätestens mit dem 18. Lebensjahr zu entscheiden, für welches Land ich spiele? Das wäre die beste Lösung. Das ist meine feste Überzeugung."