Uruguay unter Druck - doch die zweite Halbzeit macht Mut
Die "Celeste" lässt sich vom schwachen Auftakt nicht aus der Bahn werfen - und glaubt an eine weitere Steigerung.
Uruguays Fans ließen sich die Stimmung nicht versauen. Singend und tanzend zogen sie in die Nacht von Miami, stolz trugen sie ihre Fahnen - dabei hatten ihre Helden um Real-Star Federico Valverde einen krachenden Fehlstart in die WM nur gerade so verhindert. Doch aus der Leistungssteigerung in Halbzeit zwei schöpfte die "Celeste" nach dem 1:1 (0:1) gegen Außenseiter Saudi-Arabien Mut für den weiteren Turnierverlauf.
Die Mannschaft habe sich im Spieverlauf "deutlich verbessert", betonte Kapitän Valverde: "Alles hat sich geändert: die Mentalität, die Intensität aller Spieler. Wir haben mehr angegriffen, mehr Druck gemacht, mehr nach vorne gespielt, und nun ja, ich möchte mich für die Unterstützung der Fans bedanken, die entscheidend war." Denn in der Tat hatte Uruguay die erste Halbzeit komplett verschlafen und geriet verdient durch Abdulelah Al-Amri (41.) in Rückstand.
"Wir hatten Schwierigkeiten", sagte Trainer Marcelo Bielsa, der in Uruguay nun noch kritischer gesehen werden dürfte: "Wir haben kein Tempo aufs Feld gebracht, konnten so keine Fehler provozieren und keinen Unterschied machen. Der Gegner hat daran geglaubt, dass er es schaffen kann und er hat es geschafft. Wenn du nicht alles auf den Platz bringst, ist auch das schwächere Team in der Lage etwas zu erreichen." Es gebe aber "ein Limit, was man erklären muss", entgegnete "El Loco" auf die wiederholte Nachfrage nach den Ursachen.
Der Druck für das kommende Spiel gegen die Kap Verde (21. Juni) ist angesichts der Punktgleichheit aller vier Teams in Gruppe H und der finalen Partie gegen Spanien (26. Juni) bereits enorm. "Wir müssen von Spiel zu Spiel denken. Wir wissen, dass wir das nächste Spiel gewinnen müssen und genau das werden wir versuchen", sagte Maxi Araujo, der spät zum Ausgleich getroffen hatte (80.). Man müsse dabei einfach auftreten "wie in der zweiten Halbzeit".